GOLFPLATZPFLEGE

Schafe auf Rädern

Das Mähen des Hard-Roughs ist nötig, aber Vorsicht ist dabei geboten.

Fliegt ein Golfball ins Hard-Rough, also auf eine Fläche außerhalb des eigentlichen Spielbereichs, ist guter Rat häufig teuer. Die Suche kann dauern. Mit etwas Glück findet der Spieler sein Spielgerät innerhalb der gebotenen Zeit von drei Minuten wieder. Allzu oft ist das aber nicht der Fall. Dann gilt der Ball als „verloren“, ein Strafschlag fließt in die Spielwertung ein.

Also alles radikal wegmähen? Wer diese Lösung favorisiert, verkennt die Bedeutung des Hard-Rough. Die üppig sprießende Vegetation dient als Puffer zwischen den einzelnen Bahnen einer Anlage, schützt auch die anderen Spieler vor umherfliegenden Bällen. Darüber hinaus dient sie der Tierwelt – allen voran Vögel und Insekten – als wichtigen Lebensraum und Rückzugsort. Wild umherwuchern lassen ist auf Dauer allerdings auch keine Lösung. In vielen Golfclubs erfolgt ein oder zwei Mal im Jahr eine sogenannte Mahd. Das heißt, das Hard-Rough wird auf einer bestimmte Mindesthöhe heruntergemäht. Wie und wie oft das geschehen darf, legt häufig ein sogenannter „landschaftspflegerischer Begleitplan“ fest, der Bestandteil der Baugenehmigung ist.

Ziel ist es, dass der Spieler seinen „verirrten“ Ball beim nächsten Schlag tatsächlich sehen kann. Ob er dann auch spielbar ist, ist eine andere Frage.

Das bei der Mahd gewonnene Schnittgut wird binnen weniger Tage mehrfach zum Trocknen gewendet. Würde man es anschließend zerkleinert auf dem Boden liegenlassen, würde es der Fläche Nährstoffe zuführen, was keinesfalls gewünscht ist. Also muss es eingesammelt und abtransportiert werden. Das geschieht auf unterschiedliche Weise, auf vielen Anlagen holen es Landwirte als gepresste Heuballen ab.

Einige Betreiber von Golfplätzen bedienen sich bei der Mahd tierischer Unterstützung. Dann erhalten die Greenkeeper ein paar Wochen lang Hilfe durch eine gefräßige Schafherde. Die Alternative kommt auf Rädern daher: der Mähcontainer. Es handelt sich dabei um einen etwa 1,60 Meter breiten Anhänger mit Mulchvorsatz, der über die zu bearbeitende Fläche gezogen wird. Das Schnittgut gelangt direkt auf den Hänger und kann abgefahren werden. Schwupps, ist die Angelegenheit erledigt. Und die Golfbälle können wieder fliegen. Bis zur nächsten Mahd.