Jan-Matthis Görsdorf© Görsdorf

Nachgefragt

„100 % dicht!“

Interview mit Jan-Matthis Görsdorf, Geschäftsführer „Görsdorf Golfteichanlagen GbR“

Herr Görsdorf, warum verwenden Sie für die Teichabdichtung Folie statt natürlicherem Ton?
Ton muss immer mit Wasser bedeckt sein. Trocknet auch nur ein Quadratmeter aus, wenn etwa in einer Trockenperiode viel gewässert wird und sich der Teich fast komplett leert, entsteht ein Problem. Dann wird der Ton spröde, Risse entstehen, Wasser versickert. Wenn nichts Unerwartetes passiert, ist Teichfolie hingegen zu 100 % dicht. Das ist gerade in Regionen, in denen für die Platzpflege jeder Tropfen benötigt wird, unabdingbar.

Unabdingbar ist auch Sicherheit.
Absolut richtig. Falls ein Mensch oder Tier in den Teich fällt, hätte er bei mehreren Metern Tiefe und steilen Uferkanten tatsächlich ein Problem. Daher schaffen wir in jedem Teich eine Ausstiegsmöglichkeit am Ufer zum Hochklettern – ausgelegt mit Vließ, auf dem die Füße Halt finden. Zudem weisen wir die Clubs darauf hin, einen Rettungsring anzubringen. Vorbeugung ist eminent wichtig.

Bekommen Teiche in Golfclubs generell die Aufmerksamkeit, die sie verdienen?
Wir haben es schon erlebt, dass Clubs sich einfach einen Bagger leihen, drauflos schaufeln und am liebsten alles alleine machen wollen. Zum Glück bekommen wir dann häufig doch noch rechtzeitig einen Anruf, wenn es um die Folie geht und können wichtige Hinweise geben. Und spätestens dann sind die Clubs ganz froh, Experten an ihrer Seite zu haben.

Letzte Frage: Wie sieht Ihr Traumteich auf einer Golfanlage aus?
Oh, das kann ich nicht pauschal beantworten, ein Teich muss sich einfach in die Platz-Architektur einfügen. Was mich aber sehr fasziniert, sind Inselgrüns, beispielsweise die 17 in TPC Saw-
grass. Zu sehen, wie ein langer Abschlag seinen Weg genau dorthin findet, begeistert mich als Spieler und Fan immer wieder aufs Neue.

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