Gezielte Bodenbelüftung

Der Schlitzlockerer – eine Eigenentwicklung aus dem Hause Sommerfeld

 

Grünflächen auf Sport- und Golfplätzen müssen übers Jahr extremen Belastungen standhalten. Damit der Boden trotzdem seine funktionellen Eigenschaften behält, sorgt die Sommerfeld AG für eine gute Bodenbelüftung. Für eine professionelle Aerifizierung ist nicht nur langjährige Erfahrung vonnöten, sondern auch das richtige Gerät. Unser ausführlicher regenerationstechnischer Maßnahmenkatalog umfasst die unterschiedlichsten Vorgehensweisen zur Bodenlockerung, doch nicht jede ist für alle Verdichtungsfälle des Untergrunds gleichermaßen geeignet. Deshalb tüftelte die Sommerfeld AG schon früh an einer Reihe von Gerätschaften. Für Belüftungsarbeiten bis 13 Zentimeter wurde schon vor etlichen Jahren der „Schlitzlockerer“ entwickelt, der bis heute eingesetzt wird.

Auf frequentierten Spielbahnen kommt es regelmäßig zu Bodenverdichtungen. Zudem bildet sich Filz durch liegenbleibende Biomasse. Der Schlitzlockerer durchsticht den Filz und der eingearbeitete Sand sorgt für eine Lockerung und Abmagerung des Bodens.

Seine Funktionsweise ist schnell erklärt: Zwei Reihen hintereinander gelagerte Sternscheiben laufen über den Boden und bilden dabei konische Taschen im Untergrund. Dank des im Gerät verbauten Rüttelmechanismus entsteht eine Unwucht, durch die die Meißel in den Boden gedrückt werden. Die Taschen werden durch die Vibration vergrößert. Im Anschluss wird Sand auf der Fläche ausgebracht und in die Taschen geschleppt. Das Absanden der Fläche sorgt schließlich für eine luft- und wasserdurchlässigere Beschaffenheit des Bodens.

Getreu dem Leitsatz „Jede Sportrasenfläche ist so gut wie ihre Grasnarbe“ bedarf es einer gezielten Pflege des frequentierten Untergrunds, damit die intensive Nutzung nicht zu einer langfristigen Schädigung des Bodens führt. Lockerungsarbeiten sind aber nicht gleich Lockerungsarbeiten. Anders als etwa in der Landwirtschaft arbeiten wir auf sportlich genutzten Grünflächen auf einer bereits bestehenden Grasnarbe, die es unter allen Umständen zu erhalten gilt. Die Maßnahmen müssen deutlich sensibler erfolgen, damit der Rasen nicht beschädigt wird und zügig wieder bespielbar ist.

Wie oft Lockerungsarbeiten notwendig sind, hängt stark von der Beschaffenheit des Bodens ab. Je bindiger der Boden, z.B. durch einen hohen Schluff- oder Lehmanteil, desto mehr neigt er bei hoher Frequentierung zur Verdichtung. Vor allem Fairways sind betroffen. Die Grüns werden nach Normen der United States Golf Association (USGA) und der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) technisch aufgebaut und bestehen somit aus verschiedenen, besonders durchlässigen Schichten, die Belüftung und Wasserablauf von vornherein sicherstellen.

Seit der Entwicklung des Prototyps haben wir den Schlitzlockerer und unsere weiteren Aerifizierungsgeräte fortlaufend an Lernprozesse angepasst und mit den neuesten technischen Möglichkeiten weiterentwickelt. Es gibt am Markt viele unterschiedliche Geräte. Die Kunst ist es, zu wissen, welches System bei welcher Bodenbeschaffenheit eingesetzt werden sollte. Die Sommerfeld AG hat eine Reihe von Systemen selbst entwickelt und kennt diese somit in- und auswendig. Dennoch ist es unerlässlich, sich vor dem Einsatz einer Sondermaßnahme in einer persönlichen Begehung ein Bild vor Ort zu verschaffen und dann in Absprache mit dem Platzbetreiber zu entscheiden, mit welchem Gerät sich der größtmögliche Effekt erzielen lässt.

Steinchen im Bunker

Mit der Maschine wird den Spielverderbern der Kampf angesagt

Der Ball landet im Bunker – das ist für jeden Golfer stets eine ärgerliche Angelegenheit. Und das gilt erst recht, wenn das Sandhindernis auch noch verunreinigt ist. Wenn sich etwa hineingewehte Blätter und Zweige oder kleine oder größere Steine im feinen Quarzsand finden. Zumindest letztere tun keinem Schläger gut und erschweren natürlich auch das Spiel.

Da gilt es also schnell Abhilfe zu schaffen. Laub und kleine Äste lassen sich in der Regel mit dem Bläser entfernen. „Bei Steinen müssen wir mit der Maschine ran und den Sand richtig durchsieben“, weiß Florian Clute, Sommerfeld-Bereichsleiter Golfplatzbau und Renovation zu berichten. Mit dem BC 1000 von Budde nutzt er ein leicht zu handhabendes Gerät, das eine kostengünstige und effiziente Reinigung ermöglicht.

Aber wie kommen die störenden Kiesel überhaupt in den Bunker? Florian Clute nennt mehrere Ursachen: „Manche brechen von der Kante ab, andere frieren im Winter aus dem Untergrund hoch.“ Möglich ist auch, dass infolge eines größeren Regengusses der Sand auch gern mal weggespült wird. „Dann bleiben eben nur noch die Steinchen. Und die müssen raus.“

Mit Präzision und Know-how zum perfekten Green

Ralf Borchers ist seit 1995 Teil der Sommerfeld AG

Seit 26 Jahren arbeitet Head-Greenkeeper Ralf Borchers bei der Sommerfeld AG. Seine täglichen Aufgaben im Golf & Country Club Am Hockenberg erfordern dabei vor allem eines: viel Fingerspitzengefühl. „Die Golfer möchten eine perfekte Anlage vorfinden, zugleich dürfen die Grünflächen aber nicht übermäßig unter der intensiven Pflege leiden – die richtige Mischung ist hier der Schlüssel“, verrät Borchers.

Die 70 Hektar große Anlage im niedersächsischen Seevetal verfügt über rund einen Hektar Grüns. Hinzu kommen zehn Hektar Fairways sowie 15 Hektar gepflegtes Semirough/Rough. „Eine gewisse Routine hat sich über die Jahre zwar eingestellt, doch jede Jahreszeit bringt individuelle Herausforderungen mit sich“, sagt Borchers. Damit die Grünflächen immer im optimalen Zustand bleiben, müssen sie nicht nur regelmäßig gemäht, sondern auch von Rasenkrankheiten wie Schneeschimmel, Dollarflecken und Co. befreit werden.

In Borchers‘ Job ist deshalb vor allem ein großes Verständnis für die Natur und ein geschicktes Händchen im Umgang mit den Gräsern wichtig. Und auch das Zwischenmenschliche spielt für den 56-Jährigen eine große Rolle im Arbeitsalltag. Als Bindeglied zwischen dem Betreiber der Anlage, der Unternehmenszentrale in Friedrichsfehn und seinem fünfköpfigen Team vor Ort muss Borchers stets die Interessen aller Beteiligten im Auge behalten. Die Mitglieder des Golfclubs suchen ebenfalls gern den persönlichen Kontakt zum Head-Greenkeeper: „Wenn sie unsere sorgfältige Arbeit loben und sich am gepflegten Platz erfreuen, ist das für mich natürlich das schönste Feedback.“

Borchers Arbeitstag beginnt um 6 Uhr morgens. Im Büro sitzt er aber nur selten. Weil die Sommerfeld AG sich in der Zentrale um alle Verwaltungsangelegenheiten kümmert, kann er sich voll und ganz auf die Pflege des Platzes und sein Golfplatzpflege-Team konzentrieren. „Ich bin den ganzen Tag draußen und von netten Leuten umgeben“, freut sich Borchers. „Was will man mehr?“

Und auch nach Feierabend findet man den gebürtigen Ammerländer meist an der frischen Luft: im heimischen Garten, auf einer Wanderung mit seiner Lebensgefährtin oder mit der Vespa im Grünen. Ein wichtiger Teil seines Lebens ist auch Hund Shellow. Er begleitete Borchers schon als Welpe auf Schritt und Tritt – im wahrsten Sinne des Wortes, denn den Schäferhund-Bordercollie-Mischling durfte er von Anfang an mit zur Arbeit bringen. „Das war natürlich toll, als Sommerfeld das damals so unkompliziert möglich gemacht hat“, erinnert sich Borchers. „Einer der vielen Vorteile, wenn man in einem Familienunternehmen arbeitet. Hier geht es zwischen Chef und Mitarbeitern noch ganz persönlich zu.“

Inzwischen ist Shellow 17 Jahre alt und kommt nur noch gelegentlich für eine kurze Runde mit über den Platz. Doch noch immer erkundigen sich Mitarbeiter und Clubmitglieder regelmäßig nach dem betagten Vierbeiner, denn Am Hockenberg gehört er längst zum lebenden Inventar. So wie sein Herrchen Ralf Borchers.

Golfclub West Golf

Interview mit Geschäftsführer Craig West

 

Wodurch unterscheidet sich der Golfplatz von anderen Golfanlagen?

WEST GOLF ist eine hochwertige öffentliche Golfanlage mit neun gerateten Spielbahnen sowie einem 9-Löcher-Kurzplatz mit einzigartiger zentraler Lage im Köln-Bonner Raum. Das Design stammt vom Stararchitekten Francois Bouchard. Es bereitet Freude am Golfspielen und vor allem Spaß für jedermann. Highlight ist unsere neunte Spielbahn, die maßstabsgetreu dem 17. Loch im legendären TPC Sawgras (USA) nachempfunden ist und Golferherzen höher schlagen lässt.

 

Hat sich die Übernahme der Golfplatzpflege durch die Sommerfeld AG bemerkbar gemacht?

Auf jeden Fall! Die Golfplatzpflege erfolgt nach dem bewährten und sich stetig weiterentwickelnden „System Sommerfeld“, das direkt bei Vertragsbeginn einen deutlich positiven Effekt erzeugt hat. Das professionelle und nachhaltige System führt jährlich zu einer Qualitätssteigerung der Anlage und wird von unseren Mitgliedern sowie Gästen fortlaufend positiv bestätigt. Der Platz war noch nie in so gutem Zustand wie jetzt. Das zeigt sich auch an den Mitgliederzahlen, aktuell besteht für Neuaufnahmen eine Warteliste.

 

Welche Projekte auf Ihrer Anlage wurden gemeinsam mit der Sommerfeld AG realisiert?

Schon drei Jahre vor dem Start der Golfplatzpflege in 2019 führte die Sommerfeld AG Landschaftsbau- und Beregnungsarbeiten rund um unser Clubhaus durch. Seit dem Beginn der Pflege wurden zahlreiche Regenerations- und Renovationsarbeiten durchgeführt, etwa das Spülen von Drainagen und die Renovation von Fairways. Gerade das Spülen wird oft vernachlässigt. Im Lauf der Jahre setzen sich die Drainagen mit Ocker oder Wurzelwerk zu, sodass kein Wasser mehr abgeleitet wird. Das führt mittel- bis langfristig zu Verdichtungen und Filz, ganz zu schweigen von der eingeschränkten Spielqualität. Auch die Beregnungsanlage wurde optimiert.

 

Gibt es unabhängig von der Pflege spannende Projekte auf Ihrer Anlage?

Für die Kombination aus hochmoderner Driving Range, dem Trainings- und dem Players Course mit dem Abbild des Inselgrüns aus TPC Sawgras wurde WEST GOLF für das außerordentlich innovative Konzept 2010 mit dem deutschen Golfpreis, dem „Rheingolf Award“ für Innovation, ausgezeichnet. Dieser Titel konnte 2016 noch einmal bestätigt und 2019 um einen Preis in der Kategorie Nachhaltigkeit ergänzt werden.

 

www.west-golf.com

 

Wasser marsch!

Wasserversorgung mit einem Speicherteich

Keine Frage: Der fortschreitende Klimawandel macht auch vor den schönsten Golfplätzen nicht halt. Heiße Sommer trocknen die Anlagen mehr und mehr aus. Die wenig schönen Folgen sieht man bereits heute. „Dieses Thema wird uns durch die kommende Zeit begleiten“, gibt sich Florian Clute keinen Illusionen hin. Doch der Bereichsleiter Golfplatzbau bei der Sommerfeld AG hat auch eine Lösung parat. Er setzt auf ein gut durchdachtes Wassermanagement, dessen Bedeutung weiter zunimmt.

In den Ländern Mitteleuropas liegt der Verbrauch für einen 18-Loch-Kurs durchschnittlich bei rund 35 Millionen Litern – jedenfalls in normalen Jahren. Allerdings mussten die Plätze während der sommerlichen Hitzeperioden der jüngeren Vergangenheit häufig täglich gewässert werden. Clute: „Das ließ die Zahlen natürlich nochmals in die Höhe schnellen.“

Wichtigster Bestandteil des Wassermanagement ist das Speicherkonzept. Weil sich nicht überall Brunnen bohren lassen, geht es vor allem um die ins Gelände integrierten Teiche. In ihnen wird das Oberflächenwasser beispielsweise vom Parkplatz und von den Dächern der Gebäude gesammelt, das anschließend über die Beregnungsanlage für weiterhin saftiges Grün auf dem Platz sorgt. Das Verfahren ist einerseits effizient und andererseits sowohl kosten-, als auch ressourcenschonend. Nicht zu vergessen: Es garantiert dem Platzbetreiber darüber hinaus eine gewisse Unabhängigkeit.

Experte Florian Clute macht indes deutlich, dass Teich nicht gleich Teich ist. „Idealerweise weist er genügend Kapazität auch für Starkregenfälle sowie eine gewisse Tiefe auf, damit das Wasser nicht zu warm ist.“ Und er sollte unbedingt mit einer ausreichend dicken Folie abgedichtet sein. „Sonst versickert das wertvolle Nass einfach so im Boden.“ Etwa alle zehn Jahre kommt zudem eine professionelle Reinigung auf die Tagesordnung.

Steht daneben sogar eine gründliche Sanierung an, sind Clute und sein Team ebenfalls die richtigen Ansprechpartner. So wie unlängst auf der Anlage des Golf-Clubs Schloss Braunfels im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Knapp 23.000 Kubikmeter fasst der große Speicherteich, der während der Corona-Zeit nach rund 25 Jahren erstmals saniert wurde. Die Arbeiten dauerten bis ins Frühjahr 2021. Dann hieß es schließlich „Wasser marsch!“ und die Befüllung des Beckens konnte beginnen.

Für eine bessere CO2-Bilanz

Die Sommerfeld AG produziert eigenen Sonnenstrom

Seit wenigen Monaten befindet sich eine etwa 500 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Werkstatthallen der Sommerfeld AG in Friedrichsfehn in Betrieb. Mit dem produzierten Strom wird in erster Linie der Eigenverbrauch gedeckt. Überschüssiger Strom fließt dem öffentlichen Stromnetz zu.

Lohnt sich der Aufbau einer Photovoltaik-Anlage? Die Unternehmensführung hat sich vor der Installation intensiv mit der Frage befasst. Die Antwort lautet: ja! Dafür sprechen ganz klar die effizientere Flächennutzung, die Unabhängigkeit von der Netz- und Strompreisentwicklung und – mit Blick auf die Umwelt – natürlich auch die deutliche Verbesserung unseres 2-Fußabdrucks.

Auch die langfristige Kostenminimierung und die Wertsteigerung der Immobilie sprechen für eine Investition in Sonnenstrom. Die Einspeise-Vergütung pro Kilowattstunde fällt zwar deutlich niedriger aus als noch vor einigen Jahren, doch zugleich sind auch die Preise für die Hardware-Komponenten entsprechend gesunken.

Die Überlegungen lassen sich mit Zahlen belegen: Mithilfe der neuen Anlage erreicht die Sommerfeld AG eine Autarkiequote von etwa 26 Prozent. Gegenüber einer konventionellen Stromerzeugung werden laut Berechnungen des Fraunhofer-Instituts pro Jahr etwa 40 Tonnen CO2 eingespart. Das entspricht etwa 3.200 neu gepflanzten Bäumen oder 532.000 gefahrenen Elektroauto-Kilometern (bei 0,15 kWh/km).