Kein Tetris im neuen Betriebshof

Erfolgreiches Bauprojekt beim GC Hufeisensee

Der Blick vom Abschlag auf Bahn 5 oder der Stammtisch hinten rechts im Clubhaus oder die Teiche auf Bahn 16 oder, oder, oder: Jeder Golfer hat seinen ganz persönlichen Lieblingsplatz auf einer Anlage. Doch so verschieden diese sein mögen, ein Ort würde bei einer entsprechenden Umfrage wohl nie genannt werden – dabei ist er von elementarer Bedeutung für eine gepflegte, funktionierende Anlage. Die Rede ist vom: Betriebshof.

Immerhin: In diesen Tagen, da selbst eingefleischte Golfer beim Wörtchen „Grün“ statt ans Putten an den Weihnachtsbaum denken, steht der Betriebshof bei vielen Clubs im Fokus. Allerorts wird Frostschutz aufgefüllt, aufgeräumt, sortiert, hergerichtet, um- oder gleich ganz neu gebaut. So geschehen beim GC Hufeisensee (Halle/Saale), der für seinen neuen Betriebshof pragmatische Wege gegangen ist. „Statt Stein auf Stein zu bauen, haben wir uns für eine Fertighalle entschieden“, berichtet Betreiber Norbert Labuschke. „Auf diese Weise haben wir rund 25 Prozent der Kosten gespart.“

Nun ist Sparen zwar gut, allerdings muss auch das Ergebnis stimmen – wofür in diesem speziellen Fall die Sommerfeld AG mitverantwortlich war. „Da wir den GC Hufeisensee pflegen dürfen, wurden wir auch direkt in die Planung des Betriebshofs einbezogen“, berichtet Sommerfeld-Marketingleiter Ingo Staats. Für Labuschke war das nur logisch: „Die Experten wissen am besten, welchen Platz sie für ihre Maschinen und Geräte benötigen.“
Bei der Planung wurde berechnet, gezeichnet und direkt in Betracht gezogen, dass die Anlage um weitere 9 Bahnen wachsen soll, was den Maschinenbedarf erhöht. Entscheidend bei alledem war laut Staats eine „bedarfsgerechte Planung“. Auf der einen Seite durfte kein Geld für unnötigen Raum verschwendet werden, auf der anderen Seite sei keinem mit einer zu kleinen Maschinenhalle geholfen. „Die Greenkeeper sollen ja beim Rein- und Rausfahren der Maschinen nicht Tetris spielen.“ Am Ende der Arbeit standen detaillierte Skizzen für eine 15 x 28,5 Meter große Halle, in denen direkt vermerkt war, wo die Mäher, der Schlepper oder das Schwerlastregal stehen sollen.

Für die Umsetzung wurde die Firma TEPE Hallensysteme mit ins Boot geholt, die die (übrigens sehr schnell genehmigte) Fertighalle aufbaute. „Alles in allem ein sehr gutes Beispiel, dass es nicht immer `Stein auf Stein´ sein muss, sondern mit der richtigen Planung auch schneller und günstiger ein Betriebshof errichtet werden kann, der allen Anforderungen genügt“, bilanziert Ingo Staats.

Weiterer Grund zur Freude: Der GC Hufeisensee sparte nicht an den Räumen für die Greenkeeper. Direkt angrenzend an die Halle gibt es einen Container als Sozialraum für Pausen, Umkleiden sowie ein Büro, in dem die administrativen Arbeiten erledigt werden. Das sollte zwar Standard sein (siehe § 3a Arbeitsstättenverordnung) – ist es aber nicht. Auf einigen Anlagen müssen Greenkeeper in zugigen Hallen ohne fließend Wasser oder Sanitäranlagen Pausen machen. „Um das klipp und klar zu sagen: Die allermeisten Golfclubs sorgen sehr gut für ihre Mitarbeiter“, betont Ingo Staats. Aber wie immer gäbe es zur Regel auch vereinzelte Ausnahmen. Und mit Blick auf diese Ausnahmen wäre es dort bestimmt eine Überlegung wert, mit einer der nächsten Investitionen eventuell nötige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen zu finanzieren.

Für Norbert Labuschke keine allzu schwierige Entscheidung: „Mal abgesehen davon, was menschlich richtig ist, sind zufriedene Mitarbeiter gute Mitarbeiter“, so der erfahrene Unternehmer. Heißt mit anderen Worten: Auch wenn kein Golfer den Betriebshof oder das Greenkeeper-Büro je zu seinem Lieblingsplatz auf der Anlage küren wird, verdienen auch diese Bestandteile einer Golfanlage Beachtung.

Auszug aus §3A Arbeitsstättenverordnung

„Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Arbeitsstätten so betrieben werden, dass Gefährdungen für die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten möglichst vermieden und verbleibende Gefährdungen möglichst gering gehalten werden. Beim Einrichten und Betreiben der Arbeitsstätten hat der Arbeitgeber (…) den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene und die ergonomischen Anforderungen (…) zu berücksichtigen.“

Ganz schön viel geschafft!

Ein kleiner Jahresrückblick

So, das war’s schon fast wieder mit dem Jahr 2017. „Ging ganz schön schnell rum“, war bei vorweihnachtlichen Gesprächen in den Sommerfeld-Fluren mehr als einmal zu vernehmen. Was gefühlt stimmen mag. Faktisch jedoch, das zeigt dieser Jahresrückblick mit einer kleinen Auswahl an Bauprojekten, ist in den vergangenen zwölf Monaten eine ganze Menge passiert. Unter anderem im …

… Achimer GC
Einen 9-Loch-Kurs für „die flotte Runde“ kreierte Architekt David Krause für den Achimer Golfclub. Die Sommerfeld AG übernahm die Umsetzung (siehe Bilder oben) und kassierte ein schönes Lob von GC-Manager Thomas Schmidt: „Trotz Wetterkapriolen lag das Sommerfeld-Team deutlich vor der anvisierten Zeit.“

… GC Öschberghof
Auch an einem der derzeit größten Golfplatz-Bauprojekte des Landes wirkte die Sommerfeld AG kräftig mit: Der Platz des GC Öschberghof wuchs von 27 auf 45 Löcher, wobei die SAG die komplette Beregnungsanlage modernisierte (Architekt: Christoph Städler).

… GC Aschaffenburg
Bis zu 379 Meter lang ist das Par-4-Loch, das die SAG mit Architekt Andreas Lukasch für den GC Aschaffenburg gebaut hat. Herausfordernd war die Topographie: Die Bahn entstand auf dem unebenen Gelände eines ehemaligen Steinbruchs. Fünf große Plateaus wurden modelliert, um den Aktiven ebene Standpositionen zu bieten, zudem ein Wasserhindernis und drei Bunker installiert.

… GC Gsteig
Beim GC Gsteig optimierte das Sommerfeld-Team u. a. die Beregnungsanlage – von der Verlegung der Hauptwasserleitung bis zur Versorgung der Pumpstation. Darüber hinaus gelang es im Verbund mit Architekt Thomas Himmel, bei der Umgestaltung der Löcher 5 bis 7 die dort zuvor extrem langen Gehwege zwischen den Spielbahnen um mehr als 700 Meter zu verkürzen.

… GC Burgdorf
Grün ist nicht gleich Grün. Zu beobachten war das auf der Anlage des GC Burgdorf, dessen Spielflächen rund ums Loch teils aus den 70ern stammen. In umfangreichen Renovationsmaßnahmen (Architekt: Christoph Städler) wurden 14 Grüns erneuert, Rasentragschicht und Rasen ersetzt. Das Ergebnis freut die Burgdorfer Golfer: Heute weisen die Grüns wieder weitgehend gleiche Eigenschaften auf.

… GC Münster-Tinnen
Mit „Städler Golf Courses“ hat das Sommerfeld-Team eingebettet in die Münsterländer Parklandschaft einen attraktiven 9-Loch-Kurs in Münster-Tinnen geschaffen. Da alle Kenntnisse aus dem modernen Golfplatzbau in die Ausführung eingeflossen sind, ist der Platz selbst in Perioden mit schlechter Witterung durchgängig bespielbar.

Diese kleine Auswahl an Sommerfeld-Aktivitäten zeigt, dass das Jahr 2017 gefühlt schnell vorübergegangen sein mag – in diesen 52 Wochen aber viele Projekte erfolgreich abgeschlossen wurden. „Der Dank gilt hierfür zum einen unseren Mitarbeitern“, sagt SAG-Marketingleiter Ingo Staats, „zum anderen den Verantwortlichen der vielen Golfclubs mit denen wir durch die Bank sehr gut zusammengearbeitet haben.“ Genauso soll und wird es 2018 weitergehen! – Doch bis dahin heißt es erst einmal: fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Golf-Jahr.

Fundiertes Fachwissen

TORO-Schulung fürs Werkstatt-Team

In den Reihen der Sommerfeld AG ist man sich einig: Der Toro 7000 ist ein wunderbarer Mäher. Richtig ist aber auch: Man muss das Potenzial der Maschine erst einmal zu nutzen wissen. Daher hat das komplette Werkstatt-Team im Herbst eine Toro-Schulung zum Thema „Mähwerkseinstellung“ genossen.

Dort vertieften die Sommerfelder etwa ihr Fachwissen um die große Bedeutung des Zusammenspiels von Fahrgeschwindigkeit und Drehgeschwindigkeit der Spindel. Dieses Verhältnis stellt einen entscheidenden Faktor für ein vernünftiges Schnittbild und eine gute Schnittqualität dar. – Fundiertes Know-how, das nun quer durch die Republik auf den SAG-Pflegeplätzen eingebracht wird.

Prima Prisma

Schnittqualität verbessern

Zugegeben, ein Prisma gehört nicht unter jeden Weihnachtsbaum des Landes. Aber in die Werkzeugkiste eines Head-Greenkeepers? Dorthin gehört es trotz nicht unerheblicher Investitionskosten von 400, 500 Euro definitiv.

Mit einem Prisma lässt sich die tatsächliche Schnitthöhe des Rasens auf den Millimeter genau bestimmen. Das ist zum einen wichtig, um einen Überblick über die Schnittleistung von Green-Mähern zu bekommen. Zum anderen können nur mit exakten Schnitt-Werten Faktoren wie Nährstoffanreicherung, Temperaturschwankungen oder Niederschlag in Relation zur Wachstumsrate gesetzt werden. So erhöht ein Prisma letztlich sowohl Schnitt- als auch Rasenqualität.

Mehr Maschinen

In acht neue Radlader investiert

Mehr als ein halbes Dutzend Neuzugänge für den Fuhrpark der Sommerfeld AG: Im Zuge einer erneut kräftigen Investition hat das Unternehmen jüngst acht Radlader angeschafft. Sie kommen fortan auf von der SAG gepflegten Anlagen zum Einsatz, um etwa Sand in die Besander zu füllen oder Paletten mit Dünger zu transportieren.

Für diese Aufgaben werden vielerorts Schlepper mit Frontlader genutzt. Das ist zwar möglich, aber nicht sinnvoll. Der Grund: Die Schlepper sind für diese Aufgaben nicht unbedingt ausgerichtet und können daher Schäden nehmen, etwa an Kupplung oder Getriebe. Ein Risiko, das auf den Sommerfeld-Pflegeplätzen dank der Radlader-Investition nicht besteht.

Atemwege und Umwelt schonen

Sonderkraftstoffe für 2-Takt-Motoren

In den vergangenen und sicher auch in den nächsten Wochen ist rund um Golfanlagen ein ziemlich lautes Geräusch zu hören – das von Motorsägen. Sie laufen in vielen Clubs auf Hochtouren, um zum Beispiel Äste und Bäume zu entfernen, die das Spiel beeinträchtigen. Darüber hinaus verhilft das Ausasten etwa Grüns und Abschlägen zu mehr Luftzirkulation und Lichteinfall. Eine sehr wichtige Arbeit also, die allerdings mit einem Risiko verbunden ist, das es auszumerzen gilt …

Werden nicht akku-, sondern benzingetriebene Maschinen mit 2-Takt-Motoren eingesetzt, entstehen Abgase mit hohen Anteilen an gesundheitsgefährdenden Stoffen. Das liegt daran, dass bis zu 20 % des Benzins unverbrannt in Gasform entweicht – mit direkten negativen Folgen sowohl für die Atemwege des Benutzers als auch für die Umwelt. Abhilfe kann der Einsatz von Sonderkraftstoffen (Alkylatbenzin) schaffen. Dank einer anderen chemischen Struktur weisen sie gegenüber Normalbenzin bei allen schädlichen Inhaltsstoffen (Aromate, Benzol, Blei etc.) deutlich niedrigere Werte auf – und belasten somit Mensch und Umwelt weitaus weniger. Darüber hinaus führen Sonderkraftstoffe weder zu Leistungseinbußen noch zu Motorschäden bei den Maschinen. Angesichts dieser Vorteile ist es für die Sommerfeld AG eine Selbstverständlichkeit, seit sehr vielen Jahren Sonderkraftstoff einzusetzen und somit Mitarbeiter und Umwelt zu schonen. Golfclubs oder Greenkeeper, die sich zu diesem Thema informieren wollen, haben somit in der SAG den richtigen Ansprechpartner.

Die Container-Lösung

Kreativer Weg zur Betankungsanlage

Der GC Oberneuland in Bremen hat mit Sommerfeld-Unterstützung eine neue Betankungsanlage installiert. Nicht unter dem Dach der Maschinenhalle, sondern direkt daneben in einem Übersee-Container. Dafür sprachen mehrere Gründe: Zum einen sind die rechtlichen Anforderungen bei weitem nicht so streng wie für eine Tankanlage, die in einer Halle installiert wird und für die viele Bestimmungen aus der Betriebssicherheitsverordnung zu erfüllen sind. Zum anderen ist das Befüllen des 1.000-Liter-Tanks durch den Tanklaster draußen deutlich unkomplizierter, als wenn der sich nah an die Halle quetschen oder hineinfahren muss. Gleiches gilt fürs Betanken von Mähern & Co. Dazu ist der Container witterungsbeständig, diebstahl- sowie einbruchsicher. Alles in allem ist die Container-Lösung damit definitiv eine kreative Lösung beim Aufbau eines Betriebshofs.

„Jeden vierten Euro gespart!“

Interview mit Norbert Labuschke, Betrieber GC Hufeisensee

Sie haben als Betriebshof eine Fertighalle gewählt statt „Stein auf Stein“ zu bauen: Was sprach für diesen Weg?
Drei Aspekte: Erstens konnten wir mit unserer Baugruppe Eigenleistungen bei der Montage einbringen. Zweitens versprach diese Lösung, die zwingend nötige Halle für Geräte und Maschinen schnellstmöglich aufbauen zu können. Und drittens war das einfach eine preisbestimmte Entscheidung.

Sprich: Sie haben Geld gespart. Wie viel ungefähr?
Die Halle ist 15 x 28,5 Meter groß, hinzu kommt ein 15 x 3,5 Meter großes Vordach. Pro Quadratmeter Hallenfläche lagen die Kosten bei rund 300 Euro. Im Vergleich zur „Stein auf Stein“-Variante haben wir damit ungefähr jeden vierten Euro nicht ausgegeben.

Investiert haben Sie auch in Büros und Sozialräume für die Greenkeeper – was leider nicht überall der Fall ist.
Zunächst einmal: Jeder Kaufmann ist verpflichtet, bei Investitionen genau aufs Geld zu achten. Richtig ist aber auch: Man muss schauen, wo man spart. Und es ist definitiv der falsche Weg, an Stellen den Rotstift anzulegen, die wichtig für das höchste Gut jedes Unternehmens sind – die Mitarbeiter. Daher war es keine Frage, neben der neuen Betriebshalle auch Büro-Container für die Greenkeeper zu errichten. Um Arbeiten jenseits des Platzes zu erledigen oder einfach, um in Ruhe und im Trockenen Pause zu machen. Übrigens zahlt sich diese Investition in die Greenkeeper-Räume letztlich für den Golfclub aus.

Inwiefern?
Zum einen durch die Atmosphäre auf der Anlage: Mitarbeiter mit guten Arbeitsvoraussetzungen haben mehr Spaß und versprühen bessere Laune. Zum anderen profitieren wir und damit die Golfspieler von der Qualität der Arbeit – denn unsere Greenkeeper machen einen Top-Job und halten die Anlage somit konstant auf dem angestrebten 4-Sterne-Niveau.

3.084.487

… Quadratmeter beträgt die Gesamtfläche aller Fairways, die die Sommerfeld AG 2017 auf den Pflegeplätzen gemäht hat. Das entspricht ungefähr 430 Fußballfeldern. Und diese Fläche wurde ja beileibe nicht nur einmal gemäht – insofern zeigt die Zahl ganz gut, dass die SAG-Greenkeeper schon ein bisschen was erledigt haben im vergangenen Jahr.