Weit mehr als ein Loch mit Wasser

Beim Teichbau steckt der Teufel im Detail

Der Privatmann Jan-Matthis Görsdorf schätzt Wasserflächen sehr, ihre beruhigende Wirkung, das Glitzern der Sonne auf der Oberfläche. Der Golfer Jan-Matthis Görsdorf sieht das anders: „Da sind Teiche für mich beunruhigend und der Grund für einige verkorkste Schläge.“ Was etwas amüsant ist – denn der Unternehmer Jan-Matthis Görsdorf hat viele der Teiche, die ihm so manche Runde verdorben haben, selbst mitangelegt.

Der 33-Jährige arbeitet mit seinem Unternehmen „Görsdorf Golfteichanlagen GbR“ bei zahlreichen Projekten eng mit der Sommerfeld AG zusammen, kümmert sich um Verlegung und Verschweißung der Teichfolien. Jüngstes Beispiel ist das Großprojekt am Öschberghof mit gleich fünf neuen Teichen. Alleine für das größte Exemplar dieses Quintetts, imposante 6.000 Quadratmeter groß, bedurfte es sieben Rollen Teichfolie – von denen jede einzelne 140 x 6,30 Meter misst und 1,3 Tonnen wiegt! Ausmaße, die verdeutlichen, dass bei der Teichanlage keine Fehler passieren sollten, da sie angesichts tonnenschwerer Folien und Millionen Kubikliter Wasser nur schwer zu korrigieren sind.

Dabei klingt es heruntergebrochen auf das Wesentliche eigentlich simpel, einen Teich anzulegen: Bagger leihen, Loch ausheben, Teichfolie auslegen, Wasser, fertig. „Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail“, sagt Görsdorf und gibt ein Beispiel: „Unabdingbar ist eine Untersuchung, ob sich unter dem Teich Grundwasser befindet, das gegebenenfalls abgepumpt werden muss. Ansonsten kann sich eine Blase bilden, die nach und nach die Teichfolie an die Wasseroberfläche drückt – was einfach nur furchtbar aussieht.“ Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Berme: Dieser stabilisierende Absatz am Teichrand sollte tief genug liegen, um selbst in trockenen Zeiten nicht zum Vorschein zu kommen. Auch muss der gesamte Teich tief genug sein, um eine Eutrophierung zu vermeiden – im Volksmund „Umkippen“ genannt. Und wenn bei Starkregen ein Teich überschwappt, dürfen Grüns oder Bunker natürlich nicht geflutet werden. Bei diesem Aspekt setzt Görsdorf neben einem Überlauf, wenn möglich, auf „Kommunikation unter Teichen“. So nennt er es, wenn sie durch unterirdische Rohre verbunden sind. „Das sorgt für Wasserzirkulation und hat eine ausgleichende Wirkung bei zu viel oder zu wenig Wasser.“ Vor Herausforderungen stehen die Görsdorf-Experten, wenn bestehende Teiche erweitert werden sollen. Gerade für Traditionsclubs, die in die Jahre gekommene Anlagen modifizieren möchten, stellt das einen wichtigen Aspekt dar. Wasser abpumpen, Boden ausheben, Folien säubern und sie dann mit neuen Folien verschweißen: „Das ist aufwändig“, sagt der 33-Jährige, „aber möglich.“

Und der Aufwand lohnt sich! Denn wenn der Teich dann vergrößert ist, die Ränder von Sommerfeld gestaltet sind und die Sonne im Wasser glitzert, freuen sich über das Gestaltungselement sowohl der Golfclub als auch der Privatmann sowie der Unternehmer Jan-Matthis Görsdorf. Und selbst der Golfer in ihm will demnächst Spaß mit einem Teich haben – denn angesichts von Handicap 11 hätte er nichts dagegen, in Kürze baden zu gehen.

Griff in die Trickkiste

Sommerfelder bei den Porsche European Open

Die Blicke, die Fernsehkameras, die Fotoapparate richteten sich am Ende der Porsche European Open natürlich auf Jordan Smith, den Überraschungssieger. Doch am Rand der Anlage, abseits des Scheinwerferlichts – da standen ebenfalls Gewinner. Das Greenkeeping-Team hatte mit einer Energieleistung dafür gesorgt, dass das Turnier auf den Green Eagle Golf Courses überhaupt gestartet und beendet werden konnte! Mittendrin und voll dabei: zehn Mitarbeiter der Sommerfeld AG.

Prokurist Detlef Blohm hatte mit den Green-Eagle-Inhabern Michael Blesch und Ralf Lühmann eine Verabredung getroffen: Verteilt auf drei Wochen sollten nebst diverser Maschinen zehn verdiente Sommerfeld-Mitarbeiter zum Einsatz kommen, um – mit Fachkräften aus allen Winkeln Deutschlands sowie vier weiteren Nationen – das Golf-Event in der Pflege zu unterstützen. Und sie sollten gut zu tun haben: Während fast alles rund um eine solche Großveranstaltung planbar ist, bleibt das Wetter stets die große Unbekannte. So auch bei den Porsche European Open, die von intensiven Niederschlägen heimgesucht wurden.

Da zahlte sich das langjährige Know-how aus, über das sowohl Green-Eagle-Headgreenkeeper Jens Ratajczyk als auch die Sommerfeld-Crew verfügen. „Es ergab sich von Anfang an ein intensiver, fruchtbarer Austausch auf Augenhöhe. Gerade bei extremen Verhältnissen hilft es, auf viel Erfahrung zurück- und dadurch auch mal in die Trickkiste greifen zu können“, berichtet Blohm. Gutes Beispiel für die erfolgreiche Pflegearbeit war das häufige Mähen, Bügeln, Topdressen und Vertikutieren, wodurch mit einer Schnitthöhe von 3,2 mm die Benchmark-Greenspeed von 12 Fuß und entsprechender Balltreue erreicht werden konnte. „Es muss eben nicht immer der radikale Tiefschnitt sein“, so Blohm.

Kein Wunder, dass Michael Blesch (im Bild rechts neben seinem Geschäftspartner Lühmann) voll des Lobes über die Leistung der Sommerfeld-Mitarbeiter war. „Die Jungs haben fachlich allesamt jede Menge auf dem Kasten“, sagt der 46-Jährige über die Unterstützung aus Friedrichsfehn. Dass dieses Lob nicht nur so dahingesagt war, untermauerte der Green-Eagle-Macher mit einer spontanen Aussage direkt nach dem Turnier – die da lautete: „Es wäre überragend, wenn wir im nächsten Jahr genau dieselbe Crew noch einmal bei uns begrüßen könnten.“

Die Greenkeeper selbst hätten wohl nichts dagegen. Die kilometerweit verlegten Kabel fürs Fernsehen, die 150 Volunteers, die VIP-Zelte, das Catering, die Weltklasse-Spieler, die Spannung: „Zu erleben, was alles hinter der Ausrichtung eines solchen Profi-Turniers steckt, war für alle definitiv eine bereichernde Erfahrung“, so Detlef Blohm. Eine Neuauflage des Sommerfeld-Einsatzes im kommenden Jahr ist also sehr gut denkbar – dann ja vielleicht mit einem etwas besser gelaunten Wettergott.

Willkommen!

Fünf neue Azubis bei Sommerfeld

Jung, motiviert, lernwillig: Die Sommerfeld AG begrüßt fünf neue Azubis in ihren Reihen. Moritz Klawitter und Djure Kempa lassen sich zu Gärtnern der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau ausbilden, Henning Bremer und Nico Buske wollen in der Werkstatt zu guten Land- und Baumaschinenmechatronikern reifen, Steven Lorenzen wird Kaufmann für Büromanagement.

Begrüßt wurden sie und die neuen Praktikanten mit einem „Willkommenstag“ im GC am Meer in Bad Zwischenahn, der von der Sommerfeld AG gepflegt wird. Dort durfte die Gruppe den Platz erkunden und – mit Unterstützung von Golf-Pro Thilo Böttcher und Manager Frank Lentschig – selbst den Schläger schwingen. Zudem standen eine Sommerfeld-Rallye und ein Quiz auf dem Programm. „So lernen die neuen Kollegen direkt die Vielfalt unseres Unternehmens, die Kollegen und den Golfsport kennen“, erläutert Insa Eden aus der Personalentwicklung der Sommerfeld AG.

Der Willkommenstag ist nur eine erste Unterstützung bei der Ausbildung. Wöchentliche Feedbackgespräche und gemeinsamer Lehrlings-Unterricht helfen bei der Vertiefung theo-
retischer Lerninhalte, Golf-Schnupperkurse und Praktika bei großen Turnieren bringen den Azubis die Welt des Golfs näher. Und das hat laut Insa Enden mehr als „nur“ mehr Fachwissen zur Folge – „es entsteht auch eine Leidenschaft für den Golfsport.“

Weitere Informationen zu Ausbildungsmöglichkeiten bei der Sommerfeld AG unter:
www.sommerfeld.de/karriere/ausbildung

Rollende Werkstatt

Vier neue Servicewagen

Ab sofort fahren vier neue, grasgrüne Servicewagen der Sommerfeld AG durch Deutschland. Sie sind so etwas wie bestens ausgestattete Werkstätten auf Rädern. Ob Bohrer, Elektro-
Zubehör oder Wartungssprays jeglicher Art: Alles ist fein säuberlich und mit System verstaut, so dass die Mitarbeiter sämtliche Werkzeuge und Materialien für die Aufgaben, die sie in den Golfclubs des Landes erwarten, stets griffbereit haben.

„Die neuen Transporter versetzen die Service-Mitarbeiter in die Lage, ihre Aufgaben auch in Zukunft in gleichbleibend hoher Qualität zu erledigen“, sagt Prokurist Detlef Blohm. Daher hat er keinen Zweifel: „Das ist definitiv eine lohnende Investition!“

Sand ist nicht gleich Sand

Auf die Beschaffenheit achten

Ist es nötig, dass die Sommerfeld AG ein eigenes Qualitätsmanagement für die Beschaffenheit von Sand unterhält? Diese Frage haben wir schon mehrfach gehört – und die Antwort lautet stets: „Ja, klar.“ Denn Sand ist nicht gleich Sand! Er muss je nach Verwendung eine bestimmte Beschaffenheit aufweisen, die für das Greenkeeping sehr wichtig ist.

Dipl. Ing. Oliver Last, Sommerfeld-Experte für Sportstättenbau und Renovation, nennt als Beispiel Sand mit einem hohen Schluffanteil. Dieser neigt zur Verdichtung und einer Verschlemmung der wasserführenden Grobporen. Andersherum stelle auch zu grobkörniger Sand ein Problem dar, da er zu hohem Verschleiß bei den Spindeln führt. „Was wir auf der Golfanlage meist brauchen, ist Sand mit Struktur, ein verwitterungsbeständiger Mix aus feinem, mittlerem und grobem Sand“, so Last.

Leider ist diese Qualität nicht überall zu finden: Im Norden gibt es das Material – Achtung, Wortspiel – fast wie Sand am Meer, im Süden muss man ihn mit der Lupe suchen. Unwahrscheinlich also, dass der „nette Lieferant“, den der Schatzmeister „von früher“ kennt und der ein „gutes Angebot“ gemacht hat, zufällig den idealen Sand bietet. „Wer nur auf die Kosten schaut, spart womöglich an der falschen Stelle, denn Sand ist für die Platzgüte immens wichtig“, sagt Last. Ergo wird die Sommerfeld AG, die mit einem breiten Pool an Lieferanten kooperiert, die Frage nach einem eigenen Sand-Qualitätsmanagement auch in Zukunft beantworten mit: „Ja, klar.“

Auf die Daten kommt es an

Qualitätsunterschiede bei Wetter-Apps

Der Klick auf eine Wetter-App kann für Greenkeeping-Teams sinnvoll sein: Sagt sie zum Beispiel voraus, dass in 90 Minuten ein ordentlicher Guss vom Himmel kommt, kann man sich die Bewässerung sparen oder noch rasch Düngemittel ausbringen. – Ärgerlich nur, wenn die vermeintlich so hilfreiche App mal wieder völlig danebenliegt und anderthalb Stunden später nicht die kleinste Wolke am Himmel zu entdecken ist …

Warum App-Voraussagen nicht immer zutreffen, ist erklärbar: Jede Prognose beruht auf einem globalen Wettermodell. Um aus den Hoch- und Tiefdruckgebieten, die oft Tausende Quadratkilometer groß sind, eine lokale Prognose zu berechnen, wird eine Art Gitter auf die Wetterkarte gelegt. Je feiner die Maschen, desto präziser ist die lokale Vorhersage. Drei Modelle sind auf dem Markt: das amerikanische (GFS), das europäische (ECMWF) und das deutsche Wettermodell (ICON). Enge Maschen und damit genaue Daten liefert ICON, das der Deutsche Wetterdienst berechnet. Da diese Daten den App-Anbietern allerdings nur kostenpflichtig zur Verfügung stehen, greifen einige lieber auf die GFS-Daten zurück. Die sind kostenlos – die Daten aufgrund größerer Maschen aber auch unpräziser. Wer einen Blick auf Wetter-Apps wirft, sollte daher Anwendungen nutzen, die auf ICON-Wetterdaten beruhen; wie zum Beispiel die App des Deutschen Wetterdienstes selbst, die sowohl für Android als auch für iOS kostenlos in den jeweiligen Stores erhältlich ist.

„100 % dicht!“

Interview mit Jan-Matthis Görsdorf, Geschäftsführer „Görsdorf Golfteichanlagen GbR“

Herr Görsdorf, warum verwenden Sie für die Teichabdichtung Folie statt natürlicherem Ton?
Ton muss immer mit Wasser bedeckt sein. Trocknet auch nur ein Quadratmeter aus, wenn etwa in einer Trockenperiode viel gewässert wird und sich der Teich fast komplett leert, entsteht ein Problem. Dann wird der Ton spröde, Risse entstehen, Wasser versickert. Wenn nichts Unerwartetes passiert, ist Teichfolie hingegen zu 100 % dicht. Das ist gerade in Regionen, in denen für die Platzpflege jeder Tropfen benötigt wird, unabdingbar.

Unabdingbar ist auch Sicherheit.
Absolut richtig. Falls ein Mensch oder Tier in den Teich fällt, hätte er bei mehreren Metern Tiefe und steilen Uferkanten tatsächlich ein Problem. Daher schaffen wir in jedem Teich eine Ausstiegsmöglichkeit am Ufer zum Hochklettern – ausgelegt mit Vließ, auf dem die Füße Halt finden. Zudem weisen wir die Clubs darauf hin, einen Rettungsring anzubringen. Vorbeugung ist eminent wichtig.

Bekommen Teiche in Golfclubs generell die Aufmerksamkeit, die sie verdienen?
Wir haben es schon erlebt, dass Clubs sich einfach einen Bagger leihen, drauflos schaufeln und am liebsten alles alleine machen wollen. Zum Glück bekommen wir dann häufig doch noch rechtzeitig einen Anruf, wenn es um die Folie geht und können wichtige Hinweise geben. Und spätestens dann sind die Clubs ganz froh, Experten an ihrer Seite zu haben.

Letzte Frage: Wie sieht Ihr Traumteich auf einer Golfanlage aus?
Oh, das kann ich nicht pauschal beantworten, ein Teich muss sich einfach in die Platz-Architektur einfügen. Was mich aber sehr fasziniert, sind Inselgrüns, beispielsweise die 17 in TPC Saw-
grass. Zu sehen, wie ein langer Abschlag seinen Weg genau dorthin findet, begeistert mich als Spieler und Fan immer wieder aufs Neue.

17.000

… Quadratmeter Teichfolie wurden in fünf neuen Teichen auf der Golfanlage Öschberghof verlegt. Um einzelne, 140 Meter lange Bahnen miteinander zu verbinden, war viel Schweißarbeit der Firma „Görsdorf Golfteichanlagen GbR“ nötig. Insgesamt wiegen die verlegten Folien so viel wie fünf ausgewachsene afrikanische Elefanten: 25 Tonnen!