Das blaue Monster

Einigen Arealen lässt sich direkt ansehen, dass sie das Potenzial für eine wunderbare Golfanlage besitzen. Tolle Topographie, nicht zu steinig, nicht zu feucht, einfach perfekt. Zu dieser Kategorie zählte ein Grundstück in Eppan definitiv – nicht! Gutachter hielten es sogar für unmöglich, an dieser Stelle einen Golfplatz zu bauen. Doch Alexander Gostner (Golf & Country Club Südtirol) hatte die Fantasie, hier die ersten 9 Löcher eines Golfplatzes zu sehen, Golf-Architekt Thomas C. Himmel kreative Ideen, Sommerfeld das Know-how für die Umsetzung. Und so ist das vermeintlich Unmögliche nun Wirklichkeit: „The Blue Monster“ ist fertig!

Die größte Schwierigkeit bei der Realisierung bestand im Untergrund. Das reliefarme Schwemmland und der sehr hohe Grundwasserstand eigneten sich zwar perfekt für die Obstplantage, die hier einst stand. Für den Bau eines Golfplatzes war das aber denkbar untauglich, weswegen sich jahrelang keiner an das Areal traute. Sommerfeld machte sich zunächst an den Aushub der Teiche, wodurch genügend Masse vorhanden war, um den Platz im Mittel um rund 50 Zentimeter anzuheben.

Ein akribisch geplantes Entwässerungskonzept wurde perfekt umgesetzt, zusätzlich auf den Fairways eine Rasentragschicht aufgebracht. Dieses bautechnische Nonplusultra ermöglicht es, die Fairways in Grüns-Qualität zu pflegen. Mit Blick auf den relativ hohen Grundwasserspiegel wurde Wasser zum designerischen Hauptmerkmal des Platzes auserkoren; ähnlich wie beim legendären Blue-Monster-Kurs im National Doral Club von Donald Trump in Miami.

Neben den golfstrategischen Aspekten sind die vielen Wasserflächen, in denen sich nun der blaue Himmel spiegelt, auch aus ökologischer Sicht wertvoll: Durch die Seen und Flüsse soll sich das Gelände zum Zuhause vieler Vogelarten und Libellen entwickeln. Neben der gehörigen und namensgebenden Portion „Blau“ bietet der Platz viel Grün: Über 10.000 Quadratmeter Greens sind es auf 9 Bahnen, das ist mehr als jeder andere Südtiroler Golfplatz auf 18 Bahnen vorzuweisen hat. Der Platz ist aufwändig modelliert und umgeben von einem Meer aus Apfelbäumen, als Kulisse dient eine Berglandschaft. Kaum verwunderlich, dass sich die Spieler vom Platz begeistert zeigen, und der ansässige Tourismusverein von einer „enormen Aufwertung für den gesamten Bozener Raum“ schwärmt. Was einmal mehr beweist: Mit guten Ideen und Fachwissen kann auf nahezu jedem Grundstück ein wunderbarer Golfplatz entstehen.

Wenn Wasser nicht weichen will

Micro Drain

Wenn Grüns nicht nach aktuellen Vorgaben (FLL oder USGA) fachgerecht aufgebaut sind, kann es passieren, dass Oberflächenwasser nicht ordnungsgemäß abgeführt wird. Das führt nicht nur zu weichen, sondern auch zu krankheitsanfälligeren Grüns. Eine Lösung zur Beseitigung dieses Problems besteht in einem kompletten Neubau. Allerdings ist das sehr aufwändig und zumeist auch kostenintensiv. Aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr Golfclubs bei Wasser-Sorgen für einen anderen Weg: das von Sommerfeld entwickelte System MICRO-DRAIN.

Das Verfahren stellt sicher, dass Oberflächen- und Sickerwasser rasch abzieht. Zunächst lockern Spezial-Meißel den Boden auf ca. 35 Zentimeter Tiefe auf. In diese Drain-Schlitze wird sodann in regelmäßigen Abständen ein spezielles Drainband eingezogen, der Rest mit Quarzsand gefüllt. Diese Konstruktion leitet Wasser zuverlässig in eine Fangdrainage ab, die es wiederum in die Randbereiche des Platzes führt.

MICRO-DRAIN kann nachträglich integriert werden, wie es Sommerfeld diese Saison unter anderem im Club zur Vahr (Bremen) sowie im Golfclub Bad Salzdetfurth-Hildesheim realisiert hat. Dessen Präsident Werner Winter zeigte sich bei einem Feedback-Gespräch mit Sommerfeld-Mitarbeitern überaus zufrieden mit der neuen Technik: „Man kann nun wirklich einen Eimer unter den Drainageausgang stellen und sehen, wie erfolgreich die Maßnahme funktioniert. Beeinträchtigungen des Spielbetriebs gehören nunmehr an diesen Stellen der Vergangenheit an“ Generell sprechen drei zentrale Vorteile für das Verfahren:

  1. Es ist günstiger als ein kompletter Grün-Neubau.
  2. Das Grün kann bereits kurz nach der Maßnahme wieder bespielt werden.
  3. Ein renoviertes Grün weist – im Gegensatz zu einem neuen, bei dem sich das Rollverhalten von den anderen Löchern des Platzes unterscheiden kann – die gleichen Balleigenschaften wie zuvor auf.

Zusammengenommen bedeuten 1. + 2. + 3. eine höhere Qualität des Platzes, eine Vorbeugung vor Greenfee-Ausfällen sowie zufriedenere Mitglieder. Diese Rechnung geht also definitiv auf.

Neue Drainage für den GC Bergisch Land

Der GC Bergisch Land hat uns mit Drainage- und Umbauarbeiten auf seinen Bahnen 3 und 4 beauftragt (Architekt: Karl F. Grohs). Hier wurden Gräben als Vorflut erstellt, Drainagen eingezogen und die Flächen mit der von uns entwickelten Maschine „GLK 90“ bearbeitet. Hierdurch wird das Drainageraster noch enger und die Entwässerungswirkung somit größer. Die Lockerung des Zwischengefüges hat die Verantwortlichen des Golfclubs stark beeindruckt. Nach der Bearbeitung der Bahnen wurden diese noch besandet und nachgesät.

Umbau der Driving-Range

Im GC Karezza (Südtirol/Italien) wurde vor spektakulärer Kulisse die Driving-Range umgebaut und neu eingesät.

Endlich im Fernsehen

Solheim-Cup

Was den Männern der Ryder-, ist den Frauen der Solheim-Cup. Schön, dass er 2015 erstmals in Deutschland stattfand. Noch schöner: Auch das Free-TV hat verstanden, wie prestigeträchtig das Turnier ist und welche Faszination von dem Wettbewerb ausgeht. Endlich, wie wir finden. Denn dass Carolin Masson, Sandra Gal & Co. im SWR, auf EinsPlus und – zur besten Sendezeit am Sonntag – live in der ARD zu sehen waren, ist ein großer Schritt fürs Frauen-Golfen. Die Kulisse vor Ort war mit knapp 70.000 Zuschauern ebenfalls prächtig. Schade, dass es mit einem europäischen Sieg nicht geklappt hat, aber man sieht sich ja wieder, 2017 in Iowa.

Entscheidung an Extra-Loch 6

HDI Championship

Spannender hätte die HDI German PGA Championship, also die Deutsche Meisterschaft, kaum sein können. Nach drei Runden lagen Jonas Kölbing, Dennis Küpper und Sebastian Buhl mit 208 Schlägen gleichauf an der Spitze. Stechen. Und da reichte nicht ein Extra-Loch, um die Entscheidung herbeizuführen. Auch nicht zwei, drei, vier oder fünf. Nein, erst am sechsten (!) Extra-Loch setzte sich Kölbing durch und sicherte sich den Meister-Titel. Ebenso groß wie seine war übrigens die Freude bei Sommerfeld, denn für den Meisterschaftsplatz – die von uns gepflegte Anlage des Golfclubs Am Alten Fliess (Bergheim) – gab es von allen Beteiligten Bestnoten.

Teichpflege im Winter

Als Greenkeeper gibt es auch im Winter auf der Golfanlage viel zu tun. Wichtiges To-do etwa: die Pflege der Teichränder von Wasserhindernissen. Geschieht dies nicht, verlanden die Teiche – und die Spieler können am Saisonstart nicht mehr erkennen, ob ihre Bälle im Wasserhindernis liegen oder nicht. Logisch, dass das den Spielfluss behindert und Spielspaß raubt. Überaus wohl an Teichrändern fühlen sich Erlen und Weiden, die anfangs auch gar nicht schlecht aussehen. Jedoch wachsen sie recht schnell, breiten sich plötzlich in erheblichem Maße aus und mindern so die Qualität des Platzes. Um das zu verhindern und die Teichränder effektiv zu pflegen, hat Sommerfeld seinen Maschinenbestand um eine Forstfräse erweitert. Mit ihr können unsere Mitarbeiter selbst üppigsten „Wildwuchs“ zügig eindämmen.

Ganz neue Perspektiven

Kopter

Greenkeeping mit Leidenschaft – das ist unser Motto. Durch moderne Technik hebt unsere Leidenschaft jetzt ab.

Mit dem firmeneigenen Kopter können wir nun noch schneller und effektiver Schäden auf den Rasenflächen erkennen und frühzeitig Gegenmaßnahmen einleiten.

Die neue Technik ist universell einsetzbar. Angefangen von der Erfassung von Trockenstellen im Sommer, über Nassstellen im Frühjahr und Herbst bis hin zu Schäden durch Wildschweine und Krähen. Die Erstellung eines dreidimensionalen Bildes ist ebenso möglich wie die Vermessung der Flächen und Bahnenlängen sowie der Größe der Grüns und Fairways. Damit ist der Kopter ein wichtiges Instrument für unser Qualitätsmanagement, das regelmäßig von uns gepflegte Golfplätze inspiziert, um den hohen Qualitätsstandart der Sommerfeld AG zu sichern.

Während Sie auf einem unserer Plätze spielen, sehen Sie unseren Kopter zwar nicht in der Luft. Aber Sie stehen auf dem Ergebnis unserer Erfahrung und technischen Neuerungen.

Auf der sicheren Seite

Haftungsrisiken bei der Arbeitssicherheit

Der gepflegte Rasen, die gute Luft, die vielen Pflanzen, das Spiel: Ein Golfplatz ist ein Ort zum Wohlfühlen. Jedoch sollten die Verantwortlichen dabei nicht vergessen, dass auch auf der Anlage Gesetze und Paragraphen gelten – nämlich z. B. beim Thema Arbeitssicherheit!

Wenn der Greenkeeper im Sommer bei 40 Grad im Schatten in Flip-Flops Rasen mäht, beim Trimmen keine Schutzkleidung trägt bzw. benutzt oder arbeitsmedizinische Untersuchungen auf der Strecke bleiben und dann etwas passiert – haftet der Club in Person des Geschäftsführers oder Vorstands.

Daher sollte jeder Verein gerade die Vorschriften rund um die Arbeitssicherheit genau im Blick behalten. Oder entsprechende Aufgaben der Arbeitssicherheitsunterweisung ausgliedern. Denn wenn sich dann ein Unfall ereignet, ist der Dienstleister verantwortlich.

„Außergewöhnliche Möglichkeiten”

Herr Himmel, wie sind Sie zum Projekt in Eppan gekommen?
Himmel: Alexander Gostner hat eine Runde auf dem Golf Son Gual auf Mallorca gespielt. Und die hat ihm offensichtlich sehr gefallen, denn er hat daraufhin Kontakt zum Architekten des dortigen Platzes gesucht, um ihn für sein Projekt in Eppan zu gewinnen. – Tja, und das war ich.

Waren Sie direkt Feuer und Flamme?
Himmel: Ja. Ich habe zwar die Herausforderung durch den Untergrund gesehen – vielmehr aber noch die außergewöhnlichen gestalterischen Möglichkeiten durch die herstellbaren Wasserflächen. Sie geben dem Platz einen Charakter, der für die Region unerwartet ist, schließlich vermutet hier jeder einen „Bergplatz“. Und tatsächlich ist das, was ich mir im Kopf ausgemalt habe, nahezu 1:1 Realität geworden. Auch der Name „The Blue Monster“ passt perfekt.

Sollten Anfänger angesichts des vielen Wassers lieber einen Bogen um das Monster machen?
Himmel: Es gibt zwar viele Wasserhindernisse, aber durch relativ breite Spielbahnen auch „Bailouts“. Zudem ist die Zahl der Bunker mit 19 verhältnismäßig gering. Auf der anderen Seite können die Spieler jedoch auch versuchen, an vielen Punkten Wasser direkt zu überbrücken – müssen dabei indes ein gewisses Risiko eingehen. Diese Risk-Reward-Philosophie ist ein Kernprinzip des Golfplatzes in Eppan und trägt im Verbund mit sieben unterschiedlichen Abschlagspositionen dazu bei, dass das Blaue Monster jeden Golfer unabhängig von der Spielstärke immer wieder vor neue Herausforderungen stellt.