Kein Tetris im neuen Betriebshof

Erfolgreiches Bauprojekt beim GC Hufeisensee

Der Blick vom Abschlag auf Bahn 5 oder der Stammtisch hinten rechts im Clubhaus oder die Teiche auf Bahn 16 oder, oder, oder: Jeder Golfer hat seinen ganz persönlichen Lieblingsplatz auf einer Anlage. Doch so verschieden diese sein mögen, ein Ort würde bei einer entsprechenden Umfrage wohl nie genannt werden – dabei ist er von elementarer Bedeutung für eine gepflegte, funktionierende Anlage. Die Rede ist vom: Betriebshof.

Immerhin: In diesen Tagen, da selbst eingefleischte Golfer beim Wörtchen „Grün“ statt ans Putten an den Weihnachtsbaum denken, steht der Betriebshof bei vielen Clubs im Fokus. Allerorts wird Frostschutz aufgefüllt, aufgeräumt, sortiert, hergerichtet, um- oder gleich ganz neu gebaut. So geschehen beim GC Hufeisensee (Halle/Saale), der für seinen neuen Betriebshof pragmatische Wege gegangen ist. „Statt Stein auf Stein zu bauen, haben wir uns für eine Fertighalle entschieden“, berichtet Betreiber Norbert Labuschke. „Auf diese Weise haben wir rund 25 Prozent der Kosten gespart.“

Nun ist Sparen zwar gut, allerdings muss auch das Ergebnis stimmen – wofür in diesem speziellen Fall die Sommerfeld AG mitverantwortlich war. „Da wir den GC Hufeisensee pflegen dürfen, wurden wir auch direkt in die Planung des Betriebshofs einbezogen“, berichtet Sommerfeld-Marketingleiter Ingo Staats. Für Labuschke war das nur logisch: „Die Experten wissen am besten, welchen Platz sie für ihre Maschinen und Geräte benötigen.“
Bei der Planung wurde berechnet, gezeichnet und direkt in Betracht gezogen, dass die Anlage um weitere 9 Bahnen wachsen soll, was den Maschinenbedarf erhöht. Entscheidend bei alledem war laut Staats eine „bedarfsgerechte Planung“. Auf der einen Seite durfte kein Geld für unnötigen Raum verschwendet werden, auf der anderen Seite sei keinem mit einer zu kleinen Maschinenhalle geholfen. „Die Greenkeeper sollen ja beim Rein- und Rausfahren der Maschinen nicht Tetris spielen.“ Am Ende der Arbeit standen detaillierte Skizzen für eine 15 x 28,5 Meter große Halle, in denen direkt vermerkt war, wo die Mäher, der Schlepper oder das Schwerlastregal stehen sollen.

Für die Umsetzung wurde die Firma TEPE Hallensysteme mit ins Boot geholt, die die (übrigens sehr schnell genehmigte) Fertighalle aufbaute. „Alles in allem ein sehr gutes Beispiel, dass es nicht immer `Stein auf Stein´ sein muss, sondern mit der richtigen Planung auch schneller und günstiger ein Betriebshof errichtet werden kann, der allen Anforderungen genügt“, bilanziert Ingo Staats.

Weiterer Grund zur Freude: Der GC Hufeisensee sparte nicht an den Räumen für die Greenkeeper. Direkt angrenzend an die Halle gibt es einen Container als Sozialraum für Pausen, Umkleiden sowie ein Büro, in dem die administrativen Arbeiten erledigt werden. Das sollte zwar Standard sein (siehe § 3a Arbeitsstättenverordnung) – ist es aber nicht. Auf einigen Anlagen müssen Greenkeeper in zugigen Hallen ohne fließend Wasser oder Sanitäranlagen Pausen machen. „Um das klipp und klar zu sagen: Die allermeisten Golfclubs sorgen sehr gut für ihre Mitarbeiter“, betont Ingo Staats. Aber wie immer gäbe es zur Regel auch vereinzelte Ausnahmen. Und mit Blick auf diese Ausnahmen wäre es dort bestimmt eine Überlegung wert, mit einer der nächsten Investitionen eventuell nötige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen zu finanzieren.

Für Norbert Labuschke keine allzu schwierige Entscheidung: „Mal abgesehen davon, was menschlich richtig ist, sind zufriedene Mitarbeiter gute Mitarbeiter“, so der erfahrene Unternehmer. Heißt mit anderen Worten: Auch wenn kein Golfer den Betriebshof oder das Greenkeeper-Büro je zu seinem Lieblingsplatz auf der Anlage küren wird, verdienen auch diese Bestandteile einer Golfanlage Beachtung.

Auszug aus §3A Arbeitsstättenverordnung

„Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Arbeitsstätten so betrieben werden, dass Gefährdungen für die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten möglichst vermieden und verbleibende Gefährdungen möglichst gering gehalten werden. Beim Einrichten und Betreiben der Arbeitsstätten hat der Arbeitgeber (…) den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene und die ergonomischen Anforderungen (…) zu berücksichtigen.“

Ganz schön viel geschafft!

Ein kleiner Jahresrückblick

So, das war’s schon fast wieder mit dem Jahr 2017. „Ging ganz schön schnell rum“, war bei vorweihnachtlichen Gesprächen in den Sommerfeld-Fluren mehr als einmal zu vernehmen. Was gefühlt stimmen mag. Faktisch jedoch, das zeigt dieser Jahresrückblick mit einer kleinen Auswahl an Bauprojekten, ist in den vergangenen zwölf Monaten eine ganze Menge passiert. Unter anderem im …

… Achimer GC
Einen 9-Loch-Kurs für „die flotte Runde“ kreierte Architekt David Krause für den Achimer Golfclub. Die Sommerfeld AG übernahm die Umsetzung (siehe Bilder oben) und kassierte ein schönes Lob von GC-Manager Thomas Schmidt: „Trotz Wetterkapriolen lag das Sommerfeld-Team deutlich vor der anvisierten Zeit.“

… GC Öschberghof
Auch an einem der derzeit größten Golfplatz-Bauprojekte des Landes wirkte die Sommerfeld AG kräftig mit: Der Platz des GC Öschberghof wuchs von 27 auf 45 Löcher, wobei die SAG die komplette Beregnungsanlage modernisierte (Architekt: Christoph Städler).

… GC Aschaffenburg
Bis zu 379 Meter lang ist das Par-4-Loch, das die SAG mit Architekt Andreas Lukasch für den GC Aschaffenburg gebaut hat. Herausfordernd war die Topographie: Die Bahn entstand auf dem unebenen Gelände eines ehemaligen Steinbruchs. Fünf große Plateaus wurden modelliert, um den Aktiven ebene Standpositionen zu bieten, zudem ein Wasserhindernis und drei Bunker installiert.

… GC Gsteig
Beim GC Gsteig optimierte das Sommerfeld-Team u. a. die Beregnungsanlage – von der Verlegung der Hauptwasserleitung bis zur Versorgung der Pumpstation. Darüber hinaus gelang es im Verbund mit Architekt Thomas Himmel, bei der Umgestaltung der Löcher 5 bis 7 die dort zuvor extrem langen Gehwege zwischen den Spielbahnen um mehr als 700 Meter zu verkürzen.

… GC Burgdorf
Grün ist nicht gleich Grün. Zu beobachten war das auf der Anlage des GC Burgdorf, dessen Spielflächen rund ums Loch teils aus den 70ern stammen. In umfangreichen Renovationsmaßnahmen (Architekt: Christoph Städler) wurden 14 Grüns erneuert, Rasentragschicht und Rasen ersetzt. Das Ergebnis freut die Burgdorfer Golfer: Heute weisen die Grüns wieder weitgehend gleiche Eigenschaften auf.

… GC Münster-Tinnen
Mit „Städler Golf Courses“ hat das Sommerfeld-Team eingebettet in die Münsterländer Parklandschaft einen attraktiven 9-Loch-Kurs in Münster-Tinnen geschaffen. Da alle Kenntnisse aus dem modernen Golfplatzbau in die Ausführung eingeflossen sind, ist der Platz selbst in Perioden mit schlechter Witterung durchgängig bespielbar.

Diese kleine Auswahl an Sommerfeld-Aktivitäten zeigt, dass das Jahr 2017 gefühlt schnell vorübergegangen sein mag – in diesen 52 Wochen aber viele Projekte erfolgreich abgeschlossen wurden. „Der Dank gilt hierfür zum einen unseren Mitarbeitern“, sagt SAG-Marketingleiter Ingo Staats, „zum anderen den Verantwortlichen der vielen Golfclubs mit denen wir durch die Bank sehr gut zusammengearbeitet haben.“ Genauso soll und wird es 2018 weitergehen! – Doch bis dahin heißt es erst einmal: fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Golf-Jahr.

Weit mehr als ein Loch mit Wasser

Beim Teichbau steckt der Teufel im Detail

Der Privatmann Jan-Matthis Görsdorf schätzt Wasserflächen sehr, ihre beruhigende Wirkung, das Glitzern der Sonne auf der Oberfläche. Der Golfer Jan-Matthis Görsdorf sieht das anders: „Da sind Teiche für mich beunruhigend und der Grund für einige verkorkste Schläge.“ Was etwas amüsant ist – denn der Unternehmer Jan-Matthis Görsdorf hat viele der Teiche, die ihm so manche Runde verdorben haben, selbst mitangelegt.

Der 33-Jährige arbeitet mit seinem Unternehmen „Görsdorf Golfteichanlagen GbR“ bei zahlreichen Projekten eng mit der Sommerfeld AG zusammen, kümmert sich um Verlegung und Verschweißung der Teichfolien. Jüngstes Beispiel ist das Großprojekt am Öschberghof mit gleich fünf neuen Teichen. Alleine für das größte Exemplar dieses Quintetts, imposante 6.000 Quadratmeter groß, bedurfte es sieben Rollen Teichfolie – von denen jede einzelne 140 x 6,30 Meter misst und 1,3 Tonnen wiegt! Ausmaße, die verdeutlichen, dass bei der Teichanlage keine Fehler passieren sollten, da sie angesichts tonnenschwerer Folien und Millionen Kubikliter Wasser nur schwer zu korrigieren sind.

Dabei klingt es heruntergebrochen auf das Wesentliche eigentlich simpel, einen Teich anzulegen: Bagger leihen, Loch ausheben, Teichfolie auslegen, Wasser, fertig. „Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail“, sagt Görsdorf und gibt ein Beispiel: „Unabdingbar ist eine Untersuchung, ob sich unter dem Teich Grundwasser befindet, das gegebenenfalls abgepumpt werden muss. Ansonsten kann sich eine Blase bilden, die nach und nach die Teichfolie an die Wasseroberfläche drückt – was einfach nur furchtbar aussieht.“ Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Berme: Dieser stabilisierende Absatz am Teichrand sollte tief genug liegen, um selbst in trockenen Zeiten nicht zum Vorschein zu kommen. Auch muss der gesamte Teich tief genug sein, um eine Eutrophierung zu vermeiden – im Volksmund „Umkippen“ genannt. Und wenn bei Starkregen ein Teich überschwappt, dürfen Grüns oder Bunker natürlich nicht geflutet werden. Bei diesem Aspekt setzt Görsdorf neben einem Überlauf, wenn möglich, auf „Kommunikation unter Teichen“. So nennt er es, wenn sie durch unterirdische Rohre verbunden sind. „Das sorgt für Wasserzirkulation und hat eine ausgleichende Wirkung bei zu viel oder zu wenig Wasser.“ Vor Herausforderungen stehen die Görsdorf-Experten, wenn bestehende Teiche erweitert werden sollen. Gerade für Traditionsclubs, die in die Jahre gekommene Anlagen modifizieren möchten, stellt das einen wichtigen Aspekt dar. Wasser abpumpen, Boden ausheben, Folien säubern und sie dann mit neuen Folien verschweißen: „Das ist aufwändig“, sagt der 33-Jährige, „aber möglich.“

Und der Aufwand lohnt sich! Denn wenn der Teich dann vergrößert ist, die Ränder von Sommerfeld gestaltet sind und die Sonne im Wasser glitzert, freuen sich über das Gestaltungselement sowohl der Golfclub als auch der Privatmann sowie der Unternehmer Jan-Matthis Görsdorf. Und selbst der Golfer in ihm will demnächst Spaß mit einem Teich haben – denn angesichts von Handicap 11 hätte er nichts dagegen, in Kürze baden zu gehen.

Sand ist nicht gleich Sand

Auf die Beschaffenheit achten

Ist es nötig, dass die Sommerfeld AG ein eigenes Qualitätsmanagement für die Beschaffenheit von Sand unterhält? Diese Frage haben wir schon mehrfach gehört – und die Antwort lautet stets: „Ja, klar.“ Denn Sand ist nicht gleich Sand! Er muss je nach Verwendung eine bestimmte Beschaffenheit aufweisen, die für das Greenkeeping sehr wichtig ist.

Dipl. Ing. Oliver Last, Sommerfeld-Experte für Sportstättenbau und Renovation, nennt als Beispiel Sand mit einem hohen Schluffanteil. Dieser neigt zur Verdichtung und einer Verschlemmung der wasserführenden Grobporen. Andersherum stelle auch zu grobkörniger Sand ein Problem dar, da er zu hohem Verschleiß bei den Spindeln führt. „Was wir auf der Golfanlage meist brauchen, ist Sand mit Struktur, ein verwitterungsbeständiger Mix aus feinem, mittlerem und grobem Sand“, so Last.

Leider ist diese Qualität nicht überall zu finden: Im Norden gibt es das Material – Achtung, Wortspiel – fast wie Sand am Meer, im Süden muss man ihn mit der Lupe suchen. Unwahrscheinlich also, dass der „nette Lieferant“, den der Schatzmeister „von früher“ kennt und der ein „gutes Angebot“ gemacht hat, zufällig den idealen Sand bietet. „Wer nur auf die Kosten schaut, spart womöglich an der falschen Stelle, denn Sand ist für die Platzgüte immens wichtig“, sagt Last. Ergo wird die Sommerfeld AG, die mit einem breiten Pool an Lieferanten kooperiert, die Frage nach einem eigenen Sand-Qualitätsmanagement auch in Zukunft beantworten mit: „Ja, klar.“

17.000

… Quadratmeter Teichfolie wurden in fünf neuen Teichen auf der Golfanlage Öschberghof verlegt. Um einzelne, 140 Meter lange Bahnen miteinander zu verbinden, war viel Schweißarbeit der Firma „Görsdorf Golfteichanlagen GbR“ nötig. Insgesamt wiegen die verlegten Folien so viel wie fünf ausgewachsene afrikanische Elefanten: 25 Tonnen!

Beregnung verdient mehr Beachtung

Zeitgemäße Technik spart Wasser & Energie

„Wir bräuchten mal wieder neue Stühle fürs Clubhaus.“ – „Stehen sonst noch Investitionen an?“ – „Die Beregnungsanlage ist veraltet.“ – „Hm, sie läuft aber noch?“ – „Noch läuft sie, ja.“ – „Okay, dann schaffen wir neue Stühle an.“ Zugegeben, der Dialog ist fiktiv. Doch er enthält einen wahren Kern: „Beregnungsanlagen erhalten nicht die Beachtung, die sie verdienen“, sagt Sommerfeld-Experte Sven Wenzel. Quer durchs Land gebe es 20, 25 Jahre alte Anlagen, die Wasser, Energie und damit Geld verschwenden. „Weit entfernt vom heutigen Stand der Technik“, erläutert Wenzel und gibt drei Beispiele:

Beispiel 1: Alte Anlagen bewässern etwa das Grün per Blocksteuerung. Wird das Ventil geöffnet, kommt aus allen Regnern gleichzeitig Wasser, auch noch mit verschiedenen Beregnungsradien – obwohl der schattige Bereich hinten links eigentlich viel weniger benötigt als die sonnenbeschienene Fläche vorne rechts. Heutzutage lässt sich jeder Regner elektrisch einzeln und damit individuell steuern.

Beispiel 2:
Moderne Anlagen verfügen über eine Decoder-Steuerung auf Basis der aktuellen Windows-Oberfläche sowie eine Fernbedienbarkeit per App. Sieht der Greenkeeper auf der Anlage eine Trockenstelle, heißt es nur: Smartphone zücken, zur App wischen, Beregnung für 5 Minuten starten, fertig. Das ist deutlich einfacher und effektiver, als sich eine Notiz zu machen, Stunden später im Technikraum aufs Knöpfchen zu drücken und zuvor mit einem weiteren Greenkeeper in Kontakt zu treten, der prüft, ob das Grün frei von Golfern ist.

Beispiel 3: Alte Pumpanlagen kennen nur die Einstellungen „An“ und „Aus“, springen daher immer auf volle Leistung. Heute merken intelligente Pumpen, wenn kaum Wasser benötigt wird und arbeiten bedarfsgerecht mit weniger Power. „Die Beispiele zeigen die Evolution bei der Beregnungstechnik“, sagt Wenzel. Die Verantwortlichen des Öschberghofs in Donaueschingen (4*-Superior-Hotel, wird gerade auf 127 Zimmer erweitert) nutzen die neuen Chancen: Auf Deutschlands größter Golfplatzbaustelle hat die Sommerfeld AG u.a. Back-to-Back-Regner an den Grüns und eine Decoder-Steuerung der neuesten Generation eingebaut.
Da das nicht auf jeder Anlage geht, folgt bei Sommerfeld auf die Bestandsaufnahme eine Analyse, welche Upgrades sinnvoll sind. Darauf basierend wird ein Konzept erstellt, um die Beregnungsanlage auf den aktuellen Stand zu bringen – ggf. in einem Mehrjahresplan. Kurzfristig mag das weniger Jubel hervorrufen als neue Stühle, da Investitionen in die Beregnung nicht auf den ersten Blick zu sehen sind. Mittelfristig aber werden Wasser und Energie gespart sowie die Pflegeergebnisse verbessert. Und langfristig ist die daraus resultierende höhere Platzqualität definitiv wichtiger für jeden Club als hübsche Sitzgelegenheiten.

Heidewitzka, was für eine Anlage!

Neugestaltung des Burgdorfer Golfclubs

Die Anlage des Burgdorfer Golfclubs hat eine neue Freundin. Sie heißt Erika und schmiegt sich zart an Fairways, Bunker, kleine Hügel. Die beiden sind ein hübsches Paar. So hübsch, dass Marco Jöhnk, Fachbereichsleiter Golfplatzbau der Sommerfeld AG, ins Schwärmen gerät: „Ich baue seit 25 Jahren Golfplätze – und der in Burgdorf ist etwas ganz Besonderes.“

Doch halt, bevor es zu romantisch wird, hier ein paar harte Fakten: Mit Erika ist in diesem Fall natürlich Heide gemeint. 1.500 Quadratmeter des Krautgewächses wurden in Burg-dorf verpflanzt und verleihen der Anlage den Charakter altenglischer Heidelandschaftsplätze wie Sunningdale, Walton Heath oder The Berkshire. Die Architekten Christoph Städler und Achim Reinmuth sowie die Sommerfeld AG hatten im Frühjahr 2014 mit der Renovierung des 1969 eröffneten Traditionsplatzes begonnen, in wenigen Wochen wird die Umbaumaßnahme pünktlich zur neuen Saison abgeschlossen sein.

Dass der Burgdorfer GC fortan mit Heide aufwarten kann, ist einem Zufall zu verdanken: Als der umliegende Wald vor Jahren immer weiter auf die 18 Bahnen wucherte, schnitt Head-Greenkeeper Hartmut Voigt das Unterholz zurück. Und siehe da, plötzlich breitete sich Heide aus. „Die Saat war bereits im Boden, durch den neugewonnenen Raum entfaltete sich die Pflanze und Heideflächen bildeten sich“, berichtet Jöhnk. Ein äußerst geldwerter Zufall, wenn man bedenkt, dass ein Quadratmeter Heide bei der Hamburger Gartenschau für 100 Euro pro Quadratmeter den Besitzer wechselt.
Die Architekten und das Sommerfeld-Team nutzten die Heide als gestalterisches Element. „An Bunkerkanten stehen etwa nebeneinander das sauber gepflegte, sattgrüne Gras, das Weiß des Bunkersands und schließlich die wilde Heide“, so Jöhnk, „ein wunderbarer Kontrast.“ Während viele Anlagen von Laubbäumen gesäumt sind, wartet Burgdorf darüber hinaus mit einem außergewöhnlichen Kiefern-Panorama auf.

Neben den gestalterischen Aspekten ist die Heide auch aus Pflege-Sicht ein Volltreffer: Sie muss lediglich einmal pro Jahr geschnitten, zudem weder eigens gedüngt noch bewässert werden. „Daher haben wir die Standorte so gewählt, dass die Regner bequem alle Rasenflächen, nicht aber die Heide erreichen“, erläutert Marco Jöhnk, der noch ein weiteres Kompliment für Erika parat hat: „Sie wird mit der Zeit immer dichter, damit bunter und hübscher werden.“

Für den Burgdorfer Golfclub bedeutet das: Mit dem intensiven Umbau ist es gelungen, sich auf Jahre und Jahrzehnte in der deutschen Golf-Szene gut zu positionieren – als die Anlage mit den Heideflächen, den spannenden Kontrasten und den einzigartigen An- und Ausblicken.

Ganz schön viel zu beachten!

Beregnungsteich, Pflanzen, Pumpe & Co.

Stehen gerade keine Flüsse oder Seen zur Verfügung, bedarf es zur Beregnung einer Golfanlage künstlicher Lösungen. Zum Beispiel einen Beregnungsteich. Was beim Bau zu bedenken ist? Ganz schön viel:

Teichanlage: Da die Kosten eines Teichs schnell um satte 300 % variieren, ist eine exakte Bestandsaufnahme hinsichtlich Topografie, Speichermenge, Grundwasserstand oder optischer Anforderungen geboten. Zudem muss bei hoher Durchlässigkeit des Bodens eine widerstandsfähige PEHD-Folie im Doppelnaht-Schweißverfahren verlegt, für eine etwaige Teichbelüftung oder Fontäne direkt für eine ausreichende Stromversorgung gesorgt werden.

Bepflanzung: Viele Clubs sparen an einer Ufer-Bepflanzung. „Das wächst von allein“, heißt es. Das stimmt – aber was wächst, ist nicht das, was man gerne hätte. Daher lieber bewusst Pflanzen auswählen, die markante Farbtupfer setzen, anspruchslos sind oder die Wasserqualität verbessern. Wichtig: Mensch und Tier sollten bei einem unfreiwilligen „Bad“ unkompliziert wieder ans Ufer gelangen können.

Beregnung: Im Vergleich zum Privatbereich sind die Anforderungen an die Beregnungsanlage deutlich höher. Schließlich herrscht ein stärkerer Druck im Leitungsnetz, zudem sind die Rohrdimensionen deutlich größer. Zum Glück gibt es im Sortiment von Spezialisten wie Toro, Rainbird oder Perrot nichts, was es nicht gibt: von flächendeckender Wasserverteilung durch zweireihige Fairway-Beregnung mit einem Sprühradius von bis zu 30 Metern bis zu gezielter Umfeld-Beregnung auf dem Grün durch Spezialregner mit nur 2 Metern Sprühweite.
Einstellung der Regner: Aufgrund planerischer oder topografischer Gegebenheiten können die Regner meist nicht in den Abständen eingebaut werden, die der Hersteller empfiehlt. Dementsprechend entspricht die Wasserverteilung nicht den im Labor ermittelten Richtwerten. Ergo müssen bei einem Feintuning viele Regner einzeln eingerichtet werden. Ob die Verteilung optimal ist, lässt sich unkompliziert durch Messbecher prüfen, die in einem Raster auf dem Grün aufgestellt werden.

Pumpe: Stand der Technik sind frequenzgesteuerte Pumpen. Sie regeln die Drehzahl und damit den Stromverbrauch entsprechend der Abnahmemenge. Ob die Pumpe im Teich oder im Pumpenhaus steht, ist eine Frage des Geschmacks und der Kosten. Vorteil einer Unterwasserpumpe: Sie wird bei Frost nicht beschädigt.

Brücken: Beim Bau von Brücken oder Stegen spielt die mögliche Belastung eine Hauptrolle. Fahren Pflegegeräte bzw. Krankenwagen über die Brücke, muss sie einer höheren Belastung standhalten. Dann sind auch die Ausdehnung der normalen Überfahrtsbreite von 1,5 auf 2,5 Meter sowie zusätzliche Stützen notwendig.

Lageplan: Früher wurden meist die Kosten für einen detaillierten Lageplan der Leitungen, Absperrschieber oder Regner gescheut. Dank GPS, Drohnen oder Kabelortungssystemen ist eine lückenlose Dokumentation (auch im Nachhinein) mittlerweile aber kein Hexenwerk mehr. Die Erstellung eines Lageplans sollte daher heutzutage Pflicht sein – gerade mit Blick auf die Folgekosten, die entstehen, wenn nichtkartierte Leitungen beschädigt werden.

Wetting Agents vs. LDS

Was tun gegen Trockenstellen?

Beantwortet ein Prüfling 97 % der Fragen eines Tests richtig, kann er mit viel Lob rechnen. Hält ein Greenkeeper 97 % seines Grüns frei von Trockenstellen – nun ja, dann wird er sich kritische Fragen zu den restlichen 3 % anhören müssen. Denn Trockenstellen bzw. LDS („Local Dry Spots“) sind unschön und verändern den Lauf des Balles. Darüber hinaus sind sie vor allem: vermeidbar!

LDS treten in hydrophoben, also wassermeidenden, Bereichen auf. Vor allem bei sandigen Böden mit hohem Anteil organischer Substanz und geringem Tongehalt. Ein Tropfen Wasser, der auf diese Stellen fällt, kann nicht ins Erdreich eindringen, sondern verdunstet. Abhilfe schaffen Wetting Agents! Sie bestehen aus Verbindungen, die die Oberfläche einer Flüssigkeit physikalisch verändern. Ohne seine normale Oberflächenspannung dringt unser Tropfen problemlos ins Erdreich ein und gelangt schnell dorthin, wo er gebraucht wird – zu den Rasenwurzeln.

Sommerfeld setzt Wetting Agents in der Pflege zum einen gezielt ein, um hydrophobe Stellen wieder zu befeuchten. Zum anderen kommen die Mittel vorbeugend zum Einsatz, um LDS gar nicht erst zuzulassen. Damit nicht 97 %
des Grüns perfekt sind – sondern stets die vollen 100 %.

Anspruchsvoll & außergewöhnlich

Bürgenstock-Projekt

Ein Hochplateau in alpiner Landschaft, mehrere Felssprengungen 900 Meter über dem malerischen Vierwaldstättersee, das Ganze eingebettet in ein 485-Millionen-Franken-Vorhaben: Keine Frage, der Neubau einer 9-Loch-Anlage im Bürgenstock-Resort war ein außergewöhnliches Sommerfeld-Projekt.

Seit 1928 wird auf dem Bürgenstock-Hochplateau, das als Halbinsel in den Vierwaldstättersee ragt, Golf gespielt. Den heutigen Standards entsprach der Platz, auf dem gleich viermal zwei Bahnen einander kreuzten, indes nicht mehr. Im Zuge der Modernisierung des angrenzenden Bürgenstock-Resorts, für die Investoren aus Katar 485 Millionen Franken in die Hand nehmen, sollte daher der Golfplatz neugebaut werden.

„Eine tolle Aufgabe, aber auch eine sehr anspruchsvolle“, sagt Florian Clute, der mit Lutz Ostendorf das Projekt bei Sommerfeld verantwortete.

Um die Planungen von Architekt Christoph Städler umzusetzen, musste teils Fels gesprengt oder per Hydraulikhammer gelöst werden. Zum Schutz vor steinigem Untergrund dichteten die Fachkräfte die Teiche und Bachläufe mit 1,5-Millimeter-PE-Folie ab, verwendeten zudem besonders dickes Schutzflies. Und die Fairways wurden zwecks Entwässerung komplett mit einem wasserdurchlässigen Schotterunterbau versehen. „So ist der Platz auch nach starken Regenfällen oder der Schneeschmelze bespielbar“, erläutert Ostendorf.

Apropos Wasser: Für die Beregnung von Grüns, Abschlägen und Fairways baute die Sommerfeld-Crew eine moderne Toro-Anlage ein. Das Wasser, das aus dem Vierwaldstättersee stammt, wird zunächst für die Klimatisierung der Hotelanlage genutzt und erst anschließend verregnet.

Eine große Herausforderung bestand ferner in den strengen Bauvorschriften der Schweiz. Gutes Beispiel: die Vorgaben zur Bodenverarbeitung. „Um zu gewährleisten, dass wir die Parameter nicht überschreiten, haben wir die Bearbeitungsbereiche während der Bauphase penibel mit Feuchtigkeitssensoren überwacht“, erläutert Clute. Auch die Abwicklung der Materiallieferungen aus dem Ausland war komplex: „Anfangs haben wir für die Zollabfertigung auf externe Hilfe zurückgegriffen“, berichtet Ostendorf. „Doch das Team hat rasch Erfahrungen gesammelt, so dass wir diese Aufgabe jetzt auch intern abwickeln können.“

Dass das anspruchsvolle Projekt zeit- und budgetgerecht fertiggestellt wurde, erfüllt Florian Clute und Lutz Ostendorf mit Stolz. Ihre erste private Runde auf dem Platz haben die beiden auch schon gespielt und sind sich einig: „Wir sind zwar etwas voreingenommen, aber auf diesem Hochplateau mit Blick auf den See und die Berglandschaft ringsherum zu golfen, ist außergewöhnlich.“ –
So außergewöhnlich wie das gesamte Bürgenstock-Projekt.