Champions-League-Rasen für Zweitligisten

SAG installiert neue Entwässerung im Stadion des VfL Osnabrück

Fußball-Zweitligist VfL Osnabrück hat in der vergangenen Saison die Klasse gehalten im Gegensatz zu einem Teil des Rasens im heimischen Stadion. Da Drainagerohre vor der Südtribüne nicht mehr arbeiteten, bildete sich direkt über den Drainagen eine Ockerschicht, durch die das Wasser nicht mehr einsickern konnte. Folge: Der Platz war an dieser Stelle nicht mehr bespielbar. Erschwerend kam hinzu, dass die Rasenheizung in 20 Zentimetern Tiefe liegt und somit die Drainschicht nicht einfach ausgetauscht werden konnte.

Diese Herausforderung löste die herbeigerufene Sommerfeld AG, indem auf der 1.700 Quadratmeter großen Fläche per Grabenfräse Schlitzdrainagen längs und quer eingezogen wurden und zwar direkt bis in die Drainschicht, um eine Verzahnung herzustellen. Nach der Verfüllung mit Kies und in Kombination mit einem neuen Drainsammler am Spielfeldrand funktioniert die Entwässerung nun wieder einwandfrei.

Die gesamte Maßnahme wurde in der Sommerpause umgesetzt – so dass der Ball im ersten VfL-Heimspiel der neuen Zweitliga-Saison gegen Hannover 96 wieder ungehindert übers Spielfeld rollen und die ersten Punkte erfolgreich eingesammelt werden konnten.

 

Entwässerung

LWT 40 in Hubbelrath im Einsatz

GLK 90: Diese Buchstaben-Zahlen-Kombination ist im Golf Club Hubbelrath bekannt und beliebt.Denn mit dieser selbstentwickelten Spezialmaschine zur Tiefenlockerung hat die Sommerfeld AG im vergangenen Jahr die erste Phase des Entwässerungskonzepts auf der Anlage in Düsseldorf umgesetzt. Als weiterführende Maßnahme kam dort eine zusätzliche SAG-Eigenentwicklung zum Einsatz: die Grabenschlitzfräse LWT 40. Mit der LWT 40 wurde der Boden zahlreicher Bahnen bis zu einer Tiefe von 14 Zentimetern ausgefräst. Dabei entstanden ca. 3 Zentimeter breite Fräsrillen, die auf der Anlage in Hubbelrath mit 1.500 Tonnen Drain-Sand (ca. 60 LKW-Züge)aufgefüllt wurden. Diese Maßnahmen verbessert den Wasserablauf nach Niederschlägen noch einmal – und erhöht damit weiter die Platzqualität.

Einen Weg fürs Wasser gebahnt

Erfolgreicher Einsatz des Tiefenlockerers GLK 90

Braune Fairways überall im Land zeugen davon: Zu viel Wasser war zuletzt kein Thema in den Golfclubs des Landes, im Gegenteil. Und doch hat sich der Golf Club Hubbelrath (Düsseldorf) im Jahrhundertsommer 2018 ausgerechnet mit der Entwässerung seiner Anlage intensiv befasst. „Wer zwei Wochen schlimme Zahnschmerzen hat, sagt den Termin beim Zahnarzt ja auch nicht ab, nur weil es mal fünf Minuten nicht schmerzt“, sagt Dipl.-Ing. Oliver Last, bei der Sommerfeld AG zuständig für Sportstättenbau und Renovation.

Um in diesem Bild zu bleiben: Die Schmerzen des GC Hubbelrath wurden in den vergangenen Spielzeiten immer größer. Aufgrund des lehmigen Lössbodens der Anlage versickerte Wasser noch nie sonderlich gut – zuletzt wurde die Situation aber zunehmend untragbar: „Letztes Jahr waren aufgrund der vielen Starkregenfälle die Fairways ab Anfang Juli häufig so verwässert, dass nur eingeschränkt gespielt werden konnte“, berichtet Clubmanager Bernhard Voß. Hinzu gesellt sich eine regelrechte Regenwurm-Plage, die die Qualität des Kurses minderte (siehe Interview auf Seite 2).

Der Vorstand bemühte sich um Abhilfe, lud Experten der Unteren Naturschutz- und der Unteren Wasserschutzbehörde ein und bekam eine niederschmetternde Diagnose: In 20 bis 40 Zentimetern Tiefe wurde der Boden durch eine Sperrschicht verstopft, die Wasser nicht oder nur noch in kleinsten Mengen passieren ließ. „Über dieser Schicht war der Boden feucht und matschig, darunter staubtrocken“, so Voß. Was tun? Abwarten und auf Besserung hoffen war keine Option. Einfaches Drainieren auch nicht. Und ein grober Pflug hätte die Fairways zwar bis zu einem halben Meter Tiefe aufgelockert – aber für diese Saison wohl unbespielbar gemacht.

In dieser Situation spielte Voß sein Golf-Netzwerk in die Karten. Bekannte wiesen ihn auf die Fähigkeiten eines Geräts mit drei Buchstaben und zwei Ziffern hin: GLK 90. So heißt eine von der Sommerfeld AG erbaute Spezialmaschine zur Tiefenlockerung – benannt nach den Anfangsbuchstaben ihrer Entwickler Gert von Bloh, Lutz Ostendorf und Karl Tammen sowie den 90 Tagen, in denen die drei Werkstatt-Profis sie fertigstellten. Die GLK 90 zieht engmaschige Drain-Schlitze in den Boden ein, die später mit Sand oder Kies gefüllt werden. Diese Konstruktion leitet Wasser in Fangdrainagen ab, die es sodann in Randbereiche oder Entwässerungsgräben führen. Entscheidend für das Projekt in Hubbelrath: „Ohne den Platz umzupflügen, werden Bodenschichten von 45 bis 50 Zentimetern Tiefe erreicht – und damit genau die `Problemzonen´ der Anlage“, so Oliver Last.

Positive Prognosen, die sich bei der Durchführung der Maßnahme Mitte Mai schnell bestätigten. Binnen drei Wochen lockerte die Sommerfeld AG mit der GLK 90 auf 16 Fairways (= 10 Hektar!) den Boden. „Ein Einsatz in dieser Größenordnung mit der Maschine war selbst für uns neu – hat aber bestens funktioniert“, berichtet Last.

Auch Bernhard Voß und vor allem die Clubmitglieder zeigten sich sehr zufrieden. Lediglich je zehn Tage wurden zunächst die ersten neun, dann die zweiten neun Löcher während der Maßnahme gesperrt – ansonsten konnte durchgehend gespielt werden. Hinzu kommt ein bestandener Härtetest: „Beim ersten Starkregen nach der Maßnahme mit 15, 20 Litern Regen in zwei Stunden waren die positiven Effekte bereits zu erkennen“, so Clubmanager Voß. „Das Wasser versickerte deutlich schneller, daher sind wir sehr optimistisch, dass unsere Wasserprobleme auf den Fairways der Vergangenheit angehören.“ – Das werden die Aktiven des GC Hubbelrath sicher nur zu gerne hören. Schließlich wird es auch wieder regenreichere Sommer als den des Jahres 2018 geben.

Die Evolution des MicroDrains

Rechtzeitig vollendet: Das Winter-Werk von Lutz Ostendorf und Werner Wegmann

Wer im vergangenen Winter in der Werkstatt der Sommerfeld AG vorbeigeschaut hat, traf dort stets zwei hart arbeitende Männer: Lutz Ostendorf und Werner Wegmann. Sie schweißten, sie flexten, sie bohrten, sie lackierten. Selten hörte man sie fluchen, weil etwas nicht wie erhofft funktionierte, deutlich häufiger gab es ein High-Five, weil sie ihrem Ziel wieder ein Stückchen nähergekommen waren. Und tatsächlich erreichten sie dieses Ziel pünktlich zum Start der neuen Saison: Sie vollendeten … die Evolution des MicroDrains!

Pflegekunden der Sommerfeld AG ist das MicroDrain sicher ein Begriff. Das eigenentwickelte Gerät kommt zum Einsatz, wenn es keine Drainage und kein Entwässerungskonzept gibt, der Boden auf den Grüns verdichtet und die Oberflächenentwässerung schlecht ist. Da das auf Golfplätzen leider nicht selten der Fall ist, war das MicroDrain in der ganzen Republik quasi im Dauereinsatz.

„Und das vollkommen zu Recht“, sagt Dipl.-Ing. Oliver Last, bei Sommerfeld zuständig für Sportstättenbau und Renovation. „Das MicroDrain-Verfahren bewirkt, dass Oberflächen- und Sickerwasser rasch abzieht.“ Spezial-Meißel lockern den Boden auf ca. 35 cm Tiefe auf. In diese Drain-Schlitze werden in regelmäßigen Abständen von 55 cm Drainbänder eingezogen, der Rest mit kornabgestuftem Quarzsand gefüllt. „Diese Konstruktion leitet das Wasser mit einem immens hohen Wirkungsgrad in eine Fangdrainage ab, die es wiederum in die Randbereiche führt“, so Last.

So zuverlässig wie das Verfahren funktionierte auch das Gerät über eine lange Zeit. Aber wie das so ist: Auch die beste Maschine macht irgendwann schlapp und muss ersetzt werden. „Als klar war, dass da eh ordentlich Arbeit auf die Jungs in der Werkstatt zukommt, haben wir uns direkt für die große Lösung entschieden“, sagt Oliver Last. „Nicht einfach Nachbau – sondern Weiterentwicklung!“ Mit diesem Auftrag zogen sich Lutz Ostendorf und Werner Wegmann mit Stahlrohren, Werkzeugen, viel Know-how sowie einem Bauplan in die Werkstatt zurück und machten sich an ihr eingangs beschriebenes Winter-Werk.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Die Evolution zeigt sich unter anderem darin, dass der Neigungswinkel der speziellen Meißel optimiert wurde, wodurch das Zwischengefüge des Bodens noch besser aufgelockert wird“, erläutert Oliver Last. „Ein wichtiger Schritt zu noch höherer Qualität.“ Dazu ist das neue MicroDrain robuster als das alte – und somit mehr als bereit für denselben Dauereinsatz wie der Vorgänger. Auch ihren Premieren-Einsatz hat die Maschine bereits gefeiert: Auf den Grüns der Bahnen 2 und 12 des GC Bonn-Godesberg soll sie für trockenere und treuere Grüns sorgen (siehe Interview).

Lutz Ostendorf und Werner Wegmann waren bei der Premiere nicht zugegen, um zu schauen, ob alles funktioniert. Sie haben erstens vollstes Vertrauen in das weiterentwickelte MicroDrain und zweitens gerade wenig Zeit. Denn die Saison hat begonnen, die Arbeit in der Werkstatt und im Golfplatzbau ruft – und so sieht man die beiden schon wieder fleißig schweißen, flexen und bohren.

Die Vorteile auf einen Blick

  1. Das MicroDrain-Verfahren ist günstiger als ein kompletter Grün-Neubau.
  2. Die Grasnarbe bleibt weitgehend intakt, das Grün kann bereits kurz nach der Maßnahme wieder bespielt werden.
  3. Ein renoviertes Grün weist – im Gegensatz zu einem neuen, bei dem sich das Rollverhalten von den anderen Löchern des Platzes unterscheiden kann – die gleichen Balleigenschaften wie zuvor auf.

Griff in die Trickkiste

Sommerfelder bei den Porsche European Open

Die Blicke, die Fernsehkameras, die Fotoapparate richteten sich am Ende der Porsche European Open natürlich auf Jordan Smith, den Überraschungssieger. Doch am Rand der Anlage, abseits des Scheinwerferlichts – da standen ebenfalls Gewinner. Das Greenkeeping-Team hatte mit einer Energieleistung dafür gesorgt, dass das Turnier auf den Green Eagle Golf Courses überhaupt gestartet und beendet werden konnte! Mittendrin und voll dabei: zehn Mitarbeiter der Sommerfeld AG.

Prokurist Detlef Blohm hatte mit den Green-Eagle-Inhabern Michael Blesch und Ralf Lühmann eine Verabredung getroffen: Verteilt auf drei Wochen sollten nebst diverser Maschinen zehn verdiente Sommerfeld-Mitarbeiter zum Einsatz kommen, um – mit Fachkräften aus allen Winkeln Deutschlands sowie vier weiteren Nationen – das Golf-Event in der Pflege zu unterstützen. Und sie sollten gut zu tun haben: Während fast alles rund um eine solche Großveranstaltung planbar ist, bleibt das Wetter stets die große Unbekannte. So auch bei den Porsche European Open, die von intensiven Niederschlägen heimgesucht wurden.

Da zahlte sich das langjährige Know-how aus, über das sowohl Green-Eagle-Headgreenkeeper Jens Ratajczyk als auch die Sommerfeld-Crew verfügen. „Es ergab sich von Anfang an ein intensiver, fruchtbarer Austausch auf Augenhöhe. Gerade bei extremen Verhältnissen hilft es, auf viel Erfahrung zurück- und dadurch auch mal in die Trickkiste greifen zu können“, berichtet Blohm. Gutes Beispiel für die erfolgreiche Pflegearbeit war das häufige Mähen, Bügeln, Topdressen und Vertikutieren, wodurch mit einer Schnitthöhe von 3,2 mm die Benchmark-Greenspeed von 12 Fuß und entsprechender Balltreue erreicht werden konnte. „Es muss eben nicht immer der radikale Tiefschnitt sein“, so Blohm.

Kein Wunder, dass Michael Blesch (im Bild rechts neben seinem Geschäftspartner Lühmann) voll des Lobes über die Leistung der Sommerfeld-Mitarbeiter war. „Die Jungs haben fachlich allesamt jede Menge auf dem Kasten“, sagt der 46-Jährige über die Unterstützung aus Friedrichsfehn. Dass dieses Lob nicht nur so dahingesagt war, untermauerte der Green-Eagle-Macher mit einer spontanen Aussage direkt nach dem Turnier – die da lautete: „Es wäre überragend, wenn wir im nächsten Jahr genau dieselbe Crew noch einmal bei uns begrüßen könnten.“

Die Greenkeeper selbst hätten wohl nichts dagegen. Die kilometerweit verlegten Kabel fürs Fernsehen, die 150 Volunteers, die VIP-Zelte, das Catering, die Weltklasse-Spieler, die Spannung: „Zu erleben, was alles hinter der Ausrichtung eines solchen Profi-Turniers steckt, war für alle definitiv eine bereichernde Erfahrung“, so Detlef Blohm. Eine Neuauflage des Sommerfeld-Einsatzes im kommenden Jahr ist also sehr gut denkbar – dann ja vielleicht mit einem etwas besser gelaunten Wettergott.

Über den Golfplatzrand schauen

Wenn der Zug- zum Stehgraben wird

Das neue Entwässerungssystem ist installiert, die Drainagen sind gereinigt – und trotzdem ist der Platz nicht so trocken wie erhofft. Der Grund für dieses Ärgernis liegt manchmal zwei Kilometer die Straße runter. Dann nämlich, wenn ein Zuggraben als Vorflut genutzt wird: Mutiert der einstmals fließende Graben durch eine Ansammlung von Laub, Erde, Müll etc. plötzlich zum stehenden Gewässer, nützt es herzlich wenig, das Wasser nach allen Regeln der Kunst dorthin abzuleiten. Denn wenn es nicht (oder nicht schnell genug) abfließt, kann es zu Rückstaueffekten kommen.

Nur die eigenen 18 Bahnen im Griff bzw. Blick zu haben, genügt also nicht immer. Stattdessen heißt es: Auch mal über den Golfplatzrand hinausschauen und Gräben im Bedarfsfall selbst reinigen – oder aber von der zuständigen Behörde die Beseitigung der Verschmutzung verlangen.

Nonplusultra: Reinigung!

Drainagen mindestens alle zwei Jahre spülen

Ein großer Feind der Drainage ist Eisen. In jedem Boden gibt es Eisenanteile, die mit in das Drainagesystem fließen. Dort reagiert das Element mit Sauerstoff, es entsteht Eisenhydroxid, besser bekannt als Eisenocker. Wird nichts unternommen, setzt die Verockerung die Drainschlitze dicht, infolgedessen ziehen die Drainagen nicht mehr. Je nach Eisenanteil im Boden kann das binnen weniger Jahre passieren. Zumal auch Feinanteile des Bodens eingewaschen werden und – wenn leichtsinnigerweise auf Froschklappen verzichtet wurde – Kleintiere in das System eindringen können. Es ist daher sehr wichtig, Systeme zu warten und die Drainagen regelmäßig zu spülen. Minimum alle zwei Jahre, im besten Fall einmal per anno.

„Was bringt eine Investition in die Entwässerung, wenn an der Wartung gespart wird?“, so Sommerfeld-Experte Oliver Last. Eigentlich eine rhetorische Frage, doch in der Praxis fehlt oft das Bewusstsein für die Bedeutung der Reinigung. Wie bei einem GC in Bayern, der aufgrund zu weicher Grüns für eine sechsstellige Summe 20 neue Grüns anlegen lassen wollte. Seit bei einem Ortstermin erkannt wurde, dass verstopfte Drainagen die Ursache der Probleme darstellten, wird gespült. Resultat: Der Club konnte auf die Neuanlage der Grüns verzichten – und hat viel Geld gespart!

Drainagen spülen im Video: