Weniger Feinstaub, mehr Umweltschutz

Neue Norm hochrelevant für Golfanlagen

Okay, ein Artikel über die europäische Verordnung 2016/1628 klingt zunächst so semispannend. Und die Verantwortlichen von Golfclubs, bei denen unter dem 18. Grün eine prallgefüllte Schatzkiste vergraben liegt, müssen ihn nicht zwingend lesen. Für alle anderen aber gilt, dass sie die Stufe V der EU-Emissionsrichtlinie für Maschinen und Geräte kennen sollten.

Die europäische Abgasnorm der Stufe V wurde von der Europäischen Union im September 2016 vorgestellt. Mit Wirkung zum 1. Januar 2020 tritt die letzte von insgesamt sieben Stufen eines Plans in Kraft, der Mitte der 90er entworfen wurde, um die Emissionen aus Dieselmotoren zu reduzieren. Hersteller sollen und müssen seitdem vor allem den Ausstoß von Feinstäuben verringern, die zuvor noch ungefiltert in die Atmosphäre entlassen wurden. Davon betroffen sind Arbeitsmaschinen, Aggregate und Verbrennungsmotoren, die im NRMM-Bereich (Non-Road-Mobile-Machinery) eingesetzt werden. Da hierzu unter anderem Fairway-, Rough- und Semirough-Mäher sowie Schlepper gehören, ist die Norm für Golfanlagen hochrelevant.

Im Vergleich zur Stufe I werden bei Neumaschinen, die die Emissionsstufe V erfüllen, die Mono-Stickoxide NO und NO2 sowie deren Kohlenwasserstoffverbindungen um 94 % sowie die im Verbrennungsprozess erzeugten Rußpartikel um 98 % reduziert. Dieses Mehr an Umweltschutz gibt es indes nicht zum Nulltarif. Laut Micha Mörder, Gesamtvertriebsleiter Maschinen bei TORO, werden die für Stufe V ausgelegten Maschinen deutlich teurer (siehe Interview auf Seite 2). Parallel zu landwirtschaftlich genutzten beziehungsweise auf Grünflächen eingesetzten Fahrzeugen wurde von der EU bereits 2013 übrigens die Abgasstufe VI für den Straßenverkehr eingeführt. Auch wenn entsprechende Pläne noch nicht bekannt sind, deutet das stark darauf hin, dass auch bei den „grünen“ Fahrzeugen über kurz oder lang eine weitere Stufe hinzukommen wird.

Achtung, Finger weg!

Giftiger Riesen-Bärenklau kann zu Verbrennungen führen

Unbestritten hat er durchaus attraktive Blüten – doch leider tarnt er damit nur seine ziemlich gefährliche Wirkung: Der giftige Riesen-Bärenklau kann schon bei kleinen Berührungen zu großen Verletzungen führen. Daher sollten alle Greenkeeper des Landes und im Hard-Rough nach Bällen suchende Golfer das Aussehen und die Merkmale dieser Pflanze aus dem Effeff kennen. Schauen wir sie uns also einmal genauer an …

Der Riesen-Bärenklau ist hierzulande nicht heimisch, sondern wurde als Zierpflanze im 19. Jahrhundert aus dem Kaukasus in Deutschland eingeführt. Aufgrund einer vergleichsweise schnellen Samenproduktion fiel es ihm leicht, sich hier zu verbreiten. Gefährlich ist sein Saft, der phototoxische Furancumarine enthält. Bei Hautkontakt, im schlechtesten Fall noch unter Sonneneinstrahlung, ruft er leichte bis schwere Verbrennungen hervor. Einher gehen sie mit Schwellungen sowie der Bildung und Ablösung von Brandblasen.

Immerhin: Das geschulte Auge kann den Riesen-Bärenklau schnell erkennen. Erstens wächst er innerhalb weniger Wochen auf eine Höhe von drei bis vier Metern. Zweitens sind im unteren Teil des Stamms viele dunkelrote Flecken zu erkennen, drittens sind die Stängel auffällig behaart. Greenkeeper sollten die Pflanze nur mit Schutzkleidung und Schutzbrille entfernen. Damit das effektiv passiert, muss mindestens zehn Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche die Wurzel durchgestochen und ausgehoben werden. Die verbleibenden Wurzeln verrotten dann im Boden – und die Golfanlage ist ein gutes Stück sicherer.

Achtung, Monsterzecke!

Hyalomna Marginatum in Deutschland

Okay, die Überschrift dieses Artikels ist etwas boulevardesk. Ein Blick auf das Bild zeigt aber, dass der Begriff „Monsterzecke“ seine Berechtigung hat: Rund dreimal größer als der heimische Gemeine Holzbock ist die Tropenart Hyalomma marginatum – von der die Experten der Universität Hohenheim und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr (IMB) jüngst die ersten sieben Exemplare in Deutschland nachgewiesen haben.

Sieben Exemplare im Land: Greenkeeper müssen also noch nicht hinter jedem Busch die Tropenzecke fürchten. Allerdings kann sich das ändern, sollte sie sich hierzulande ansiedeln. Was keine gute Nachricht wäre, da sie ein gefährliches Bakterium namens Rickettsia aeschlimannii in sich tragen kann, einem Erreger des Zecken-Fleckfiebers. Zudem gilt die Art laut Uni Hohenheim als Überträger des Krim-Kongo und des Arabisch Hämorrhagischen Fiebers. Ob Monster- oder heimische Zecke: Greenkeeper sollten besser wissen, was nach einem Zeckenbiss zu tun ist …

  1. So schnell wie möglich die Zecke in der Haut finden. Je früher sie aus der Haut kommt, desto geringer die Gefahr einer Erkrankung.
  2. Die Zecke großflächig, also unterhalb ihres Körpers entfernen. Bei diesem Schritt zur Not einen Arzt aufsuchen. Anschließend die entsprechende Stelle gut im Auge behalten.
  3. Klingt die Rötung nach wenigen Tagen ab, ist alles okay. Tritt hingegen einer Wanderrötung ein, die sich von der Stich- bzw. Bissstelle wegbewegt, direkt einen Arzt aufsuchen.

Ach, und sollte einem Greenkeeper tatsächlich Hyalomma marginatum begegnen, ist es ratsam, den Fund zu melden. Nur so lässt sich überprüfen, ob sich die Monsterzecke tatsächlich in Deutschland ansiedelt oder nicht.

Atemwege und Umwelt schonen

Sonderkraftstoffe für 2-Takt-Motoren

In den vergangenen und sicher auch in den nächsten Wochen ist rund um Golfanlagen ein ziemlich lautes Geräusch zu hören – das von Motorsägen. Sie laufen in vielen Clubs auf Hochtouren, um zum Beispiel Äste und Bäume zu entfernen, die das Spiel beeinträchtigen. Darüber hinaus verhilft das Ausasten etwa Grüns und Abschlägen zu mehr Luftzirkulation und Lichteinfall. Eine sehr wichtige Arbeit also, die allerdings mit einem Risiko verbunden ist, das es auszumerzen gilt …

Werden nicht akku-, sondern benzingetriebene Maschinen mit 2-Takt-Motoren eingesetzt, entstehen Abgase mit hohen Anteilen an gesundheitsgefährdenden Stoffen. Das liegt daran, dass bis zu 20 % des Benzins unverbrannt in Gasform entweicht – mit direkten negativen Folgen sowohl für die Atemwege des Benutzers als auch für die Umwelt. Abhilfe kann der Einsatz von Sonderkraftstoffen (Alkylatbenzin) schaffen. Dank einer anderen chemischen Struktur weisen sie gegenüber Normalbenzin bei allen schädlichen Inhaltsstoffen (Aromate, Benzol, Blei etc.) deutlich niedrigere Werte auf – und belasten somit Mensch und Umwelt weitaus weniger. Darüber hinaus führen Sonderkraftstoffe weder zu Leistungseinbußen noch zu Motorschäden bei den Maschinen. Angesichts dieser Vorteile ist es für die Sommerfeld AG eine Selbstverständlichkeit, seit sehr vielen Jahren Sonderkraftstoff einzusetzen und somit Mitarbeiter und Umwelt zu schonen. Golfclubs oder Greenkeeper, die sich zu diesem Thema informieren wollen, haben somit in der SAG den richtigen Ansprechpartner.

Achtung: UV-Strahlen!

An Sonnenschutz denken

Erschreckende Fakten hat die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) veröffentlicht: Laut einer Studie waren im Jahr 2015 nicht etwa ein kaputter Rücken oder Burnout die am häufigsten angezeigten Berufskrankheiten bei der Genossenschaft – sondern durch UV-Strahlen hervorgerufene Hauttumore!

Aus diesem Grund gilt es auch für die Greenkeeping-Teams des Landes in den heißen Monaten daran zu denken: Zum Arbeitsschutz gehört Sonnenschutz! Wichtige Aspekte: Zwischen 11 und 15 Uhr möglichst nicht in der prallen Sonne tätig sein, sondern am besten im Schatten unter Bäumen. Ist das nicht möglich, sollten die Arbeiter dank Unterstellmöglichkeiten zumindest schattig pausieren können. Und nicht zuletzt sind UV-schützende Kleidung sowie eine hochwertige Sonnenbrille ebenso ratsam wie ein Sonnendach für Mäher und andere Maschinen.

Eine weitere relevante Maßnahme in diesem Zusammenhang ist die Unterweisung der Crew zu Risiken des Arbeitens in der Sonne: Die Symptome von Sonnenstich, Hitzeerschöpfung oder Hitzeschlag müssen bekannt sein, damit jeder im Team reagieren und schnelle Hilfsmaßnahmen einleiten kann – zum Beispiel eine Lagerung mit leicht erhöhtem Kopf oder das Ablegen schwerer Kleidungsstücke. Darüber hinaus tut jeder, der oft unter freiem Himmel arbeitet, gut daran, sich regelmäßig auf Hautkrebs untersuchen zu lassen: am besten einmal per anno bei einer Oberkörper- und alle zwei Jahre bei einer Ganzkörperuntersuchung.